Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformation

Salzwüsten durch Menschenhand: Die Staubbelastung im Gebiet des Owens (dry) Lake, Kalifornien – Ursachen, Auswirkungen und mögliche Bekämpfungsmaßnahmen

In semiariden und ariden Regionen der Erde führen eine übermäßige Wassernutzung und eine geringe Wasserverfügbarkeit häufig zu Konflikten und Umweltproblemen. Ein gravierendes Beispiel für die Auswirkungen übermäßiger Wassernutzung ist der im Süd-Osten gelegene Owens Lake im Bundesstaat Kalifornien. Infolge der Umleitung des Owens River im Jahr 1913 durch die Stadt Los Angeles fiel der Owens Lake im Jahr 1926 nahezu trocken. In den folgenden Jahren entwickelte sich die freiliegende Playa zu der größten anthropogen bedingten Einzelquelle von PM10 Emissionen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Entsprechende Dust Control Measures (DCM) zur Reduktion gesundheitsgefährdender, erodierter Aerosole werden seit dem Jahr 1989 von der Great Basin Unified Air Pollution Control District (GBUAPCD) in Zusammenarbeit mit der United States Environmental Protection Agency (USEPA) untersucht. Zu den genehmigten und sich bereits in Teilbereichen des Owens Lake in der Anwendung befindenden Maßnahmen (Best Available Control Measure bzw. BACM) zählen das Wiederherstellen der ursprünglichen Pflanzengesellschaften, das Abdecken der Playa mit einer 5-10 cm mächtigen Kiesschicht und das periodische Fluten stark erosionsanfälliger Areale. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Evapotranspiration mithilfe einer Ausweitung der bestehenden Salzkruste zu reduzieren, um auf diese Weise eine erosionsresistente Oberfläche zu schaffen. Um eine Empfehlung für das Management menschengemachter Salzwüsten zu geben, analysiert der vorliegende Beitrag die Ursachen, Auswirkungen und mögliche Bekämpfungsmaßnahmen anthropogen bedingter Salzwüsten am Beispiel des Owens Lake.  Die Ergebnisse der Literaturrecherche zeigen, dass nur eine Kombination verschiedener Maßnahmen einen effektiven Schutz von Mensch und Natur gewährleisten kann.

Verwendete Literatur