Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformation

Ökosystemare Auswirkungen invasiver Tierarten im Mittelmeer am Beispiel des Rotmeer-Kaninchenfisches (Siganus rivulatus, Forsskål und Niebuhr) 

Die Globalisierung hat weltweit eine zunehmende Einschleppung gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten zur Folge. Einige dieser als Neobiota bezeichneten Organismen entwickeln sich zu invasiven Arten und nehmen Einfluss auf bestehende Ökosysteme sowie deren Funktionen und Dienstleistungen. Das Verhalten von Invasoren und ihre Auswirkungen auf die erschlossenen Habitate sind bislang lückenhaft untersucht, jedoch werden überwiegend negative Effekte beschrieben. Ein Beispiel hoher Einwanderungsquoten mariner Neobiota und deren Auswirkungen auf Ökosysteme ist das Mittelmeer. Es steht durch den Suezkanal im direkten Austausch mit dem Roten Meer und hat bisher rund 700 eingeschleppte Arten zu verzeichnen. Aktuelle Schätzungen gehen von einem jährlichen Zuwachs von etwa 15 Arten aus, die primär durch Vektoren wie künstliche Wasserstraßen, Ballastwasser, Schiffanhaftungen und Aquakulturen eingebracht werden. Siganus rivulatus (Forsskål und Niebuhr) gilt im Mittelmeer als invasive Art dessen Etablierung bereits Veränderungen der Artenvielfalt und Artenzusammensetzung in küstennahen Braunalgenwäldern des östlichen Mittelmeeres zur Folge hat. Um den anhaltenden Eintrag weiterer Neobiota in den Mittelmeerraum zu reduzieren, werden zudem internationale Managementmaßnahmen verfolgt. Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen invasiver Arten auf marine Ökosysteme am Beispiel der Einbringung des Rotmeer-Kaninchenfisches (Siganus rivulatus) in das Mittelmeer und beschreibt Maßnahmen zur Handhabung gebietsfremder mariner Arten. Es wird gezeigt, dass invasive Arten umfangreiche Auswirkungen auf native Ökosysteme haben und ihr Management mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist.

Verwendete Literatur