Die Landschaften im Nordwesten der USA und ihre Nutzungen 2017

Tag 16: Tillamook State Forest – Cape Meares – Ecola State Park

Verfasst von:

N. Heidari

 

Themenübersicht
 

Wie gewohnt traf sich die Exkursionsgruppe um 8 Uhr zum Tagesbriefing und fuhr nach einem kurzen Stopp bei Safeway aus Portland los. Zwei große Themenkomplexe standen an diesem Exkursionstag im Vordergrund, nämlich das Waldmanagement und das damit einhergehende Waldbrandmanagement zum einen und zum anderen küstenmorphologische Prozesse.

Der Themenschwerpunkt lag auf dem ersten Themenkomplex, welcher anhand des Tillamook State Forests (45500 Wilson River Hwy, Tillamook, OR 97141) erarbeitet wurde. Der Tillamook State Forest umfasst ein Areal von bis zu 1.500 km² und liegt im Nordwesten Oregons östlich der Pazifikküste und westlich von Portland. Dieser wird vom Oregon Department of Forestry verwaltet und zählt daher heute zu den öffentlichen Wäldern Oregons. 

 

 

Abbildung 1 : Areal des Tillamook State Forest. Quelle: Oregon Department of Forestry 2006
Abbildung 1 : Areal des Tillamook State Forest. Quelle: Oregon Department of Forestry 2006

 

 

Tillamook State Forest


Der Tillamook State Forest bietet sich besonders an, um Themen, wie Waldbrandmanagement und Aufforstung zu erarbeiten, da sich von 1933 – 19531 eine Reihe von Waldbränden in 6 jährigen Intervallen ereignet haben. Ein Areal von ca. 1,4 km, heute auch als Tillamook Burn bezeichnet, ist komplett abgebrannt. Es haben sich vier Waldbrände (1933, 1939, 1945, 1951) ereignet (Oregon Department of Forestry 2006).

 

 

Abbildung 2: Tillamook State Forest.
Abbildung 2: Tillamook State Forest. Quelle: Busche 2016

 

 

Um 10 Uhr traf unsere Exkursionsgruppe dann am Visitor Center des Tillamook State Forests an und dort trafen wir uns dann mit den Experten Denise Berkshire und Luke Wahl (Biologe), welche kurze Vorträge, ein Film zu den Waldbrände und eine Wanderung mit dazugehöriger Bestimmung der einheimischen Pflanzen vorbereitet hatten.

Der Film Legacy of Fire hat die Ursachen und ganzheitlichen Auswirkungen der Waldbrände durch anschauliches Filmmaterial und Experteninterviews dargelegt.

Im Vordergrund dieses Films stand der verheerendste Brand vom 14. August 1933. Die Wetterbedingungen in dem Zeitraum des ersten Waldbrandes begünstigten das verheerende Ausmaß des ersten Waldbrandes (siehe Tabelle 1).

 

Tabelle 1: Wetterbedingungen im Zeitraum des ersten Waldbrandes. Quelle: MORRIS 1935

Tabelle 1: Wetterbedingungen im Zeitraum des ersten Waldbrandes.

 

 

Besonders die Luftfeuchtigkeit sowie die Windgeschwindigkeit sind als bedeutendste Faktoren für Waldbrände zu betrachten. Auslöser für den Brand war letztendlich eine gefällte Douglasie, die durch einen starken Aufprall auf einem sogenannten Snag (abgebrannter Baum) Feuer fing. Durch starke Ostwinde breitete sich das Feuer innerhalb von 20 Stunden auf eine Fläche von 971 km² aus.

Trotz 600 Feuerwehrmänner und 150 freiwillige Helfer konnte nur die höhere Niederschlagsrate im September den Waldbrand löschen. Jedoch löste die vom Brand geprägte Landschaft und vor allem die getrocknete Snags weitere Waldbrände aus (Oregonencyclopedia 2016).

Im Film wurde der Exkursionsgruppe erläutert, dass die Aufforstung durch Douglasien-Samen erfolgte (36 Tonnen). Dies war einer der ersten Aufforstungsmaßnahmen, die durch Helikopter stattfanden. Douglasien waren günstig und wachsen vergleichsweise schnell. Die Abholzung der Snags (salvage logging) und des verwitterten Holzes verringerte das Risiko eines Waldbrandes. Außerdem wurde die Infrastruktur des Waldes ausgebaut, um der Feuerwehr einen einfacheren Zugang zur betreffenden Gefahrenzone zu verschaffen.

Anhand eines Modells im Visitor Center haben uns die Experte die einzelnen Phasen der Aufforstung erklärt, die dazu beigetragen haben, dass sich der Wald so schnell wie möglich erholt. Dieser Ansatz des Waldmanagements im Tillamook State Forest nennt sich Structure-based Management.

 

 

Abbildung 5: Stand Type 1 - Regeneration (Ziel: 5-15%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010
Abbildung 3: Stand Type 1 - Regeneration (Ziel: 5-15%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010

 

 

Abbildung 6: Stand Type 2 - Geschlossenes Laubdach (Ziel: 10-20%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010
Abbildung 4: Stand Type 2 - Geschlossenes Laubdach (Ziel: 10-20%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010

 

 

Abbildung 7: Stand Type 3 - Unterwuchs (Ziel: 15-35%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010
Abbildung 5: Stand Type 3 - Unterwuchs (Ziel: 15-35%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010

 

 

Abbildung 8: Stand Type 4 - Stufenstruktur (Ziel: 20-30%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010
Abbildung 6: Stand Type 4 - Stufenstruktur (Ziel: 20-30%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010

 

 

Abbildung 9: Stand Type 5 - Alte Waldstruktur (Ziel: 20-30%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010
Abbildung 7: Stand Type 5 - Alte Waldstruktur (Ziel: 20-30%). Quelle: Northwest Oregon State Forests Management Plan 2010

 

 

Nachdem wir die Informationen im Visitor Center des Tillamook State Forests gemeinsam mit unserem Experten Luke Wahl erarbeitet haben, führte er uns entlang der Wilson River Wanderroute zu einheimischen Pflanzen und erläuterte die heutige nachhaltige Nutzung des Waldes.

 

 

Abbildung 10: Führung entlang der Wilson River Wanderroute.
Abbildung 8: Führung entlang des Wilson River Trail. Quelle: Busche 2016

 

 

 Sein Fazit zur nachhaltigen Nutzung war hierbei, dass es fast unmöglich sei ökonomische, ökologische und soziale Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen.

Nach einem erfolgreichen Vormittag im Tillamook State Forest fuhren wir weiter zum Ecola State Park. Dabei wurde deutlich angesagt, den 101 Highway zu nehmen, da dieser uns entlang der Pazifikküste direkt zum Ecola State Park führen würde. Auf dem Weg dorthin war es der Exkursionsgruppe freigestellt einige Fotostopps einzulegen.

 

 

Abbildung 11: Fotostopp entlang des 101 Highways: Cape Meares.
Abbildung 9: Cape Meares Aussichtsplattform. Quelle: Christiansen 2016

 

 

Ecola State Park


Clatsop Loop Trail wurde zunächst 1806 von Captain William Clark und 12 seiner Mitglieder erschlossen. Sie gehörten der amerikanischen Einheit „Corps of Discovery“ und der damit einhergehenden Lewis und Clark Expedition an. Ziel dieser Expedition war die wissenschaftliche Exkursion zur Bestandsaufnahme der Flora und Fauna.

Das geologische Grundgestein der Küste setzt sich überwiegend aus tertiären marinen Sedimenten zusammen, die Erosionsprozessen ausgesetzt sind. (Gesteinsarten: Glimmer, Sandstein, klastischen Sedimenten, wie Schluffstein).

Sobald das abgetragene Material den Ozean erreicht hat, wird durch die Wellenaktivität das feine Gesteinsmaterial abgetragen und lässt je nach Stärke der Wellen kleinere oder größere Felsblöcke zurück. So entstehen von Wellen eingefressene Klippen.

 

 

Abbildung 12: Klippen des Ecola State Park.
Abbildung 10: Ecola State Park. Quelle: Busche 2016

 

 

Ist der Stress auf das betreffende Gesteinsmaterial höher als die Widerstandsfähigkeit, wird ein Landrutsch ausgelöst. Dies kann besonders durch Erdbeben oder Starkregen ausgelöst werden. Präventionsmaßnahmen, um dem Problem entgegenzuwirken könnte zum einen das Einpflanzen von Grass oder niedrigem Gebüsch sein oder zum anderen Drahtnetze, die vor verwitterte Felsenwänden gespannt werden. 1961 zerstörte ein Landrutsch, ausgelöst durch Starkniederschlag, im Ecola State Park 505 857 m².

 

 

Abbildung 13: Auf dem Weg zum Ecola State Park hat die Exkursionsgruppe viele Schilder und Karten bezüglich Tsunami Evakuationsrouten bemerkt.
Abbildung 11: Auf dem Weg zum Ecola State Park hat die Exkursionsgruppe viele Schilder und Karten bezüglich Tsunami Evakuationsrouten bemerkt. Quelle: Oregon Department of Geology and Mineral Industries 2013

 

 

Am 27. März 1964 ereignete sich nämlich der schlimmste Tsunami Amerikas mit einer Magnitude von 9,2 (Epizentrum in Prince William Sound, Alaska). Allein in Oregon verursachte dieser einen Schaden von 2.3 Milliarden Dollar (Oregon Department of Geology and Mineral Industries 2013).

 

 

Bei der Abschlussbesprechung im Ecola State Park wurden noch mal alle Kernaussagen des Exkursionstages wiederholt und über den Einfluss von Tourismus auf den Ecola State Park diskutiert. Damit nahm der vorletzte Exkursionstag sein Ende.

 

 

Abbildung 14: Abschlussbesprechung im Ecola State Park.
Abbildung 12: Abschlussbesprechung im Ecola State Park. Quelle: Christiansen 2016

 

 

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Quellen
 

MORRIS, W.G. (1935): The Tillamook Burn. Separating Fact from Legend. URL: http://oregonstate.edu (Stand: 05.08.16)

Oregon Department of Geology and Mineral Industries (2013): Tsunami Evacuation Map Cannon Beach, Oregon. URL: http://www.oregongeology.org (Stand 01.10.16)

Oregon Department of Forestry (2010): Northwest Oregon State Forest Management Plan. Oregon. URL: https://www.oregon.gov/ODF/Documents/AboutODF/2010FMPNorthwestOregon.pdf

The Oregon Encyclopedia. A Project of the Oregon Historical Society (o.J.): Tillamook Burn. URL: https://oregonencyclopedia.org (Stand 01.10.16)

Tillamook State Forest Center (2006): Tillamook State Forest Recreation Guide. URL: http://www.tillamookforestcenter.org (Stand 01.10.16)