Zitierregeln des Geographischen Instituts
Warum Zitierregeln?
Der Umgang mit Literatur oder sonstigen schriftlichen Quellen gehört ganz selbstverständlich zum wissenschaftlichen Arbeiten. Nur korrekte Literaturangaben und Zitate ermöglichen dem Leser, aber auch dem Verfasser eine Überprüfung der Richtigkeit schriftlicher Aussagen. Aus den Literaturangaben und daraus, wie Sie damit umgehen, sind auf den ersten Blick viele Informationen zu ziehen.Was sind diese Zitierregeln nicht?
Sie sind keine bis ins kleinste gehende Gängelung, wo z.B. ein Doppelpunkt zu stehen hat, oder ob man Anführungszeichen verwendet, oder ob die Jahreszahl vorne oder hinten zu stehen hat. Entscheidend ist, um im Beispiel zu bleiben, dass die Jahreszahl überhaupt genannt wird, dass also Ihre Literaturangaben insgesamt vollständig sind. Selbstverständlich sollte im übrigen sein, dass Sie den Duden nicht auf den Kopf stellen. Was gehört in eine Literaturangabe? Zu unterscheiden ist zwischen- dem Literaturverzeichnis am Ende einer Arbeit;
- dem Hinweis auf Einzelquellen im fortlaufenden Text.
Literaturverzeichnis
In die Literaturliste gehört- der AUTOR oder die Autoren (am besten wie hier in Kapitälchen) einschließlich Vornamen, ggf. abgekürzt
- das Erscheinungsjahr in Klammern
- die - wörtliche und vollständige - Überschrift des Buches bzw. Beitrags
- bei Büchern: Verlagsort
- bei Periodika: Name der Publikation (Zeitschrift, Zeitung, Sammlung etc.), Nummer des Jahrgangs (wenn erforderlich), fortlaufende Nummer der Ausgabe (wenn erforderlich), Seitenangabe (von ... bis ...).
- Wenn jeglicher Hinweis auf einen Autor oder Verantwortlichen fehlt, so lautet die zu verwendende Abkürzung "o. Verf." (einsortieren unter dem Buchstaben "o" oder am Ende).
- Ein Autor hat in einem Erscheinungsjahr mehrere von Ihnen zitierte Publikationen herausgebracht. Dann vermerken Sie bei der Jahreszahl bitte "1988a", "1988b" etc.
- Es handelt sich um einen Beitrag innerhalb eines Sammelbandes. In diesem Falle vermerken Sie zuerst den Einzelbeitrag mit Namen und Titel, wobei der Name des Einzelautors auch derjenige ist, der für das Einsortieren nach dem Alphabet maßgeblich ist. Im Anschluss daran schreiben "In: ...." und vermerken den Herausgeber mit Hinweis "Hrsg.", dazu das Erscheinungsjahr und Titel des Sammelbandes, ansonsten alles standardmäßig. Hrsg.-Hinweis und Jahr können und sollten immer in einer Klammer zusammen gefasst werden: (Hrsg., 1998) .
- Der Herausgeber oder Inhaltsverantwortliche ist keine Person, sondern eine Behörde, ein Verein, eine Firma etc. In diesem Falle behandeln Sie den offiziellen Namen dieser Institution wie einen Autorennamen. Wenn die Abkürzung allgemein gebräuchlich ist, dann benutzen Sie diese, erläutern aber gleich anschließend den vollständigen Namen: UBA (Umweltbundesamt), CAU (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel).
- Sie wollen Gesetze, Verordnungen, Richtlinien zitieren: Behandeln Sie die Bezeichnungen wie Autorennamen (Richtlinie zur ..., Verordnung über ..., Baugesetzbuch), wobei Sie, wenn es sich um viele Positionen handelt, diese auch als besonderen Teil des Literaturverzeichnisses, beispielsweise unter der Überschrift "Gesetzliche Grundlagen" zusammenstellen können. Vermerken Sie auf alle Fälle die amtliche Abkürzung (BauGB, BNatSchG etc.) gleich am Anfang der Literaturangabe. Das macht den Umgang mit Verweisen im Text (S. u.) einfacher. Die Fundstelle behandeln Sie wieder wie eine Zeitschrift: "Bundesgesetzblatt ...", "Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes ..." etc.
Zitieren von Internet-Quellen
Beim Zitieren von Internetquellen gelten im Grundsatz dieselben Regeln. Das heißt also:- Sie beginnen mit dem Autor (in Kapitälchen geschrieben). Wenn keiner erkennbar ist, nehmen Sie anstelle dessen die für die Home-Page verantwortliche Institution.
- Anschließend folgt in Klammern das Datum des Abrufs. Hier reicht also nicht das Jahr. Es ist dringend erforderlich, dass genaue Datum zu vermerken. Schließlich kann sich der Inhalt der Home-Page täglich verändern. Wenn vorhanden, können Sie ergänzend gern das „last modified“-Datum hinzusetzen. Allerdings finden Sie ein solches Datum nicht immer, so dass man dies nicht zur Grundsatzregel machen kann. Wenn Sie über das Internet auf Publikationen zugreifen, die ganz regulär in Zeitschriften, Zeitungen etc. erschienen sind, gilt natürlich das tatsächliche Erscheinungsdatum. In diesem Falle behandeln Sie eine solche Quelle aber auch gar nicht als Internet- Quelle.
- Es folgt der Titel des Beitrags. Normalerweise bietet sich eine Überschrift an. Wenn nicht, suchen Sie sich etwas geeignetes aus, das Ähnlichkeit mit einer Überschrift hat. Im Ausnahmefall kann man auch schreiben: „o.T.“.
- Es folgt die vollständige Internet-Adresse des von Ihnen zitierten Textes. Es gibt Veranstalter von Seminaren, Übungen etc. die verlangen, zu jeder zitierten Internet-Quelle einen Belegausdruck beizufügen. Dies tun Sie in der Geographie bitte nicht! Allerdings ist es sehr empfehlenswert, dass Sie die Beleg-Ausdrucke, die Sie sich selbst ja anfertigen, zumindest solange aufheben, bis Ihre Hausarbeit/Ihr Referat/Ihre Abschlussarbeit etc. korrigiert und besprochen ist.
Vollständig und konsequent sein
Fazit: Man kann im Detail variieren. Es gibt z.B. beinahe so viele Zeitschriften und Schriftenreihen wie unterschiedliche Zitieranweisungen für die Autoren. Entscheidend ist:- Vollständigkeit der Angaben
- Konsequenz in Ihrer eigenen Literaturliste; wählen Sie ein Verfahren, das aber durchgängig.
Literaturhinweise im Text
Hier ist es besonders wichtig, dass Sie sich vergegenwärtigen, was die Literaturhinweise eigentlich sollen. Sie belegen damit, dass das, was Sie schreiben, nicht Ihre eigenen Gedanken, sondern die eines - zu zitierenden - Autors sind. Das ist Ihre Pflicht und gehört zur wissenschaftlichen Redlichkeit. Aber denken Sie an die Leser! Der Text muss flüssig lesbar bleiben. Weiterhin sollte der Leser nicht dazu gezwungen werden, ständig hin- und herzu blättern. Die einfachste und als Standard zu empfehlende Form ist- in den fortlaufenden Text hinein AUTOR, Jahr, und Seite in Klammern setzen; auf die Seitenzahl kann bei Verweis auf ganze Beiträge ausnahmsweise verzichtet werden;
- bei wörtlichen Zitaten (immer in Anführungszeichen) im übrigen zwingend mit Seitenzahl! Selbstverständlich müssen Sie darauf achten, dass alle zitierten Publikationen auch mit den vollständigen Angaben hinten in der Literaturliste wieder auftauchen.
- Sie bringen dieselben Kurzangaben, jedoch nicht im fortlaufenden Text, sondern unten auf der gleichen Seite als Fußnote (was den Textaufbau allerdings komplizierter macht).
- Sie verwenden ebenfalls Fußnoten, bringen dort jedoch die vollständigen Angaben wie im Literaturverzeichnis. (Für Sie ist das mehr Arbeit; und auf einer der nächsten Seiten heißt es dann beim Verweis auf die gleiche Quelle nur noch "a. a. O., S. ...", was ausgesprochen leserunfreundlich ist.)
- Sie bringen im fortlaufenden Text nur Verweise auf die durchnummerierte Literaturliste, z. B. (L 151, S. 22) oder (34, S. 158). Dies ist ein für den Leser besonders mühsames Verfahren, also ebenfalls nicht zu empfehlen.
Bitte beachten Sie ...
- Einige Nachbarfächer haben verbindlichere Zitiervorschriften. Sie widersprechen diesen Regeln nicht, lassen aber nicht so viel Spielraum.
- Auch am Geographischen Institut hat das eine oder andere Mitglied des Lehrkörpers über diese Zitierregeln noch hinausgehende spezielle Vorstellungen, wie es gern zitiert haben möchte. Darüber wird in den jeweiligen Veranstaltungen bei Bedarf gesondert informiert.
- Sie liegen nie falsch, wenn Sie sich an einem neueren Band der "Kieler Geographischen Schriften" orientieren.
- Wenn Sie Texte anfertigen, die in Reihen oder Zeitschriften veröffentlicht werden sollen, dann wird es pingelig. Dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich exakt an die jeweiligen Vorschriften zu halten.
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