Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformation

Rehabilitation degradierter Korallenriffe

Marine Ökosysteme weisen eine hohe Biodiversität auf und stellen elementare Funktionen in Umweltkreisläufen, im Küstenschutz oder als Ressource bereit. Jedoch werden sie zunehmend durch anthropogen verursachte Prozesse negativ beeinflusst. Ein Beispiel hierfür ist die Degradation von Warm- und Kaltwasserkorallenriffen. In vielen Meeresregionen bilden Korallen eine Grundlage der physischen und biologischen Habitat-Struktur. Die Degradation dieser Struktur führt zu einer Reduktion der Biodiversität und dem Verlust von Ökosystemdienstleistungen der jeweiligen Korallenökosysteme. Der Hartkorallenbedeckungsgrad hat in vielen Riffen seit 1960 über 40% abgenommen.  Der vorliegende Beitrag erörtert Ursachen und Folgen der Degradation von Korallenriffen. Es werden die Einflüsse des Klimawandels, der Landwirtschaft, der Abwässer und der wirtschaftlichen Nutzung mariner Ökosysteme beschrieben. Weiterhin werden Schutz- und Rehabilitationskonzepte vorgestellt, welche das Ziel haben einer weiteren Degradation entgegenzuwirken. Diskutiert werden der ökosystembasierte Managementansatz, Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoff- und Sedimenteinträgen, sowie die Möglichkeit der Riffrestauration durch Wiederbepflanzung mit Korallen. Veranschaulicht wird dies anhand zweier Fallbeispiele: dem tropischen Korallenriff Great Barrier Reef in Australien und den Kaltwasserkorallenriffen vor der Küste Norwegens. Durch anthropogenes Einwirken sind Korallenriffe global von einem Verlust an Ökosystemdienstleistungen betroffen. Um diesem Trend entgegen zu wirken, sind integrative Managementansätze auf einer globalen Ebene erforderlich.

Verwendete Literatur