Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformation

Ökosystemare Wirkungen invasiver Pflanzen – Eine Detailstudie zur Ausbreitung der Dachtrespe (Bromus tectorum L.) in Nordamerika und ihre systemverändernden Effekte

Anthropogen bedingte biologische Invasionen treten weltweit auf und gelten als eine der wichtigsten Gefährdungsfaktoren der biologischen Vielfalt. Oftmals sind ihre meist weitreichenden Auswirkungen auf Ökosysteme nicht vollständig bekannt. Die in Europa heimische Dachtrespe (Bromus tectorum) dominiert als invasives einjähriges Gras weite Bereiche der semiariden Sagebrush-Steppen (Artemisia tridentata spp.) im nordamerikanischen Great Basin. Eigenschaften wie ein schnelles Wurzelwachstum, eine hohe Keimungsrate, die effiziente Nutzung von Bodenressourcen, die Erhöhung des Feuerrisikos und die Fähigkeit zur Änderung der Bodennährstoffverfügbarkeit ermöglichen B. tectorum erhebliche Konkurrenzvorteile gegenüber heimischen Arten. Besonders das durch B. tectorum verstärkte Feuerpotential durch die Bereitstellung trockener, extrem entflammbarer Biomasse erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit für zukünftige Managementkonzepte. Präventionsmaßnahmen und aktive Wiederherstellungen von degradierten Flächen in heimische Pflanzengesellschaften bilden Handlungsstrategien gegen die fortschreitende Invasion. Geeignete Überwachungssysteme ermöglichen die frühzeitige Erkennung und Einschätzung standörtlicher Veränderungen im Great Basin. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung bisheriger Forschungen zur Problematik der Dachtrespe im Great Basin hinsichtlich ihrer Einführung, Verbreitung und ökosystemverändernden Effekte. Darüber hinaus werden mögliche Managementstrategien zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung und der Reduktion entsprechender Risiken diskutiert. Die Ergebnisse zeigen, dass noch Wissenslücken im Bereich der ökosystemverändernden Mechanismen der Dachtrespe und der Auswirkungen von Managementmaßnahmen auf ihr Invasionspotential bestehen, die weitere Forschungen erfordern.

Verwendete Literatur