Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformation

Klimawandel und Wasserknappheit im westlichen Mittelmeerraum - Auswirkungen und Anpassungsmaßnahmen

Der Klimawandel führt in vielen Regionen der Erde zu Wassermangel und häufigeren Dürren, was eine Bedrohung sowohl für die Bevölkerung als auch für diverse Ökosysteme mit sich bringt. Von dieser Entwicklung ist unter anderen der westliche Mittelmeerraum besonders stark betroffen. Ziel dieses Review-Artikels ist es, anhand von aktueller Literatur den heutigen Stand der Wissenschaft zu dieser Thematik zu erfassen und eingehend zu erörtern. Dabei sollen mittels Studien für Spanien und Italien Erkenntnisse in Bezug auf die Wasserverfügbarkeit sowie auf den Wasserverbrauch erlangt werden. Außerdem sollen mögliche Anpassungsstrategien gegen die aufkommenden Probleme erläutert werden. Hierzu wurden die jüngsten Arbeiten zu dieser Thematik herangezogen. Insgesamt zeigen sich sowohl für Spanien als auch Italien in den letzten Jahrzehnten steigende Temperaturen sowie sinkende Niederschläge, was Prognosen zufolge auch im aktuellen Jahrhundert weiter anhalten und zu zunehmendem Wassermangel führen wird. Auf der anderen Seite steigen Wasserverbrauch und Nachfrage in zunehmendem Maße und vor allem in der Landwirtschaft weiter an. Als eine der aktuell geeignetsten Anpassungsstrategien gilt das Entsalzen von Meerwasser, das neben positiven Aspekten wie geringen Investitionskosten und hoher Zuverlässigkeit jedoch auch negative Gesichtspunkte wie einen hohen Energieverbrauch und schädigende Auswirkungen auf die Umwelt mit sich bringt. Als weitere mögliche Strategie sind veränderte Anbaumethoden in der Landwirtschaft zu sehen, die mit neuen Bewässerungsstrategien wie der Defizitbewässerung und alternativen, gegenüber Wassermangel resistenten Feldfrüchten einhergehen. Anhand der Ergebnisse wird ersichtlich, dass sich der verschärfenden Wasserknappheit im westlichen Mittelmeerraum bereits intensiv versucht wird, entgegenzuwirken, jedoch noch Bedarf bei der Entwicklung und Optimierung alternativer Anpassungsstrategien besteht.

Verwendete Literatur