Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformation

Die Biodiversität Vorderasiens in prähistorischer Zeit

In Vorderasien finden sich ab 9.500 v.Chr. die frühsten Agrargesellschaften. Prozesse zwischen diesen prähistorischen Gesellschaften und ihrer Umwelt lassen sich aufgrund des großen zeitlichen Abstandes umfassend analysieren und dienen dem tieferen Verständnis heutiger Landschaftsentwicklungen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung der Biodiversität in Vorderasien zu analysieren und die Wirkung verschiedener anthropogener Faktoren zu ermitteln. Dazu wurden die Ergebnisse archäobotanischer, archäozoologischer, geoarchäologischer und paläoklimatologischer Forschungsarbeiten ausgewertet. Anhand von drei Forschungsarbeiten und der Analyse von 21 Pollenprofilen lassen sich Jagd, Ackerbau, Viehwirtschaft, Handel und Migration als bedeutende anthropogene Einflussgrößen auf die Biodiversität definieren. Jagd, Ackerbau und Viehwirtschaft wirken sich negativ auf die Biodiversität aus, während Handel und Migration sorgen für einen starken Anstieg der Artenvielfalt. Im Verlauf der Urgeschichte kommt es zu einem Anstieg der Biodiversität in Vorderasien. Das Verständnis dieser Mensch-Umwelt-Beziehung ist von besonderem Wert für die Modellierung von Artenentwicklungen in anderen Regionen und Zeitabschnitten.

Verwendete Literatur