Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformation

EnviroChange 2018

Jährlich organisieren die Studierenden des Masterstudienganges "Umweltgeographie und -management" das Symposium "EnviroChange". Im Rahmen dieser Tagung werden von den Studierenden Vorträge und Posterpräsentationen zu aktuellen umweltgeographischen Themen abgehalten.

Unsere diesjährige Veranstaltung wird unter dem Motto "Den Wandel im Blick" stattfinden und Interaktionen zwischen Mensch und Umwelt kritisch betrachten.

Wir freuen uns sehr Dr. Jonas Hein (CAU Kiel) und Dr. Mark Lenz (GEOMAR) bei unserem diesjährigen Symposium als Gastredner zu den Themen der Klimamigration und der Belastung unserer Meere durch Mikroplastik begrüßen zu dürfen. 

Hiermit möchten wir alle, die Interesse an spannenden, aktuellen umweltgeographischen Themen haben, herzlich zu unserer Veranstaltung einladen.

 

Zeit: 16.2.2018 ab 9 Uhr (auch eine spätere Teilnahme ist kein Problem)

Ort: Ludewig-Meyn-Straße 12, Raum 8 

Der Eintritt für diese Veranstaltung ist frei und für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt. 

Programmübersicht

 

 

Erwartete Wirkungen des Klimawandels auf Wasserhaushalt und Wasserbewirtschaftung im US-Bundesstaat Kalifornien und Beispiele für Anpassungsmaßnahmen

M. Michaelis und N. Thiel

Regionale Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in einer Häufung von Extremereignissen wie Starkregen, Überflutungen, Hitzewellen oder Dürren. Zudem wird der globale Wasserhaushalt durch ansteigende mittlere Jahrestemperaturen und eine sich verschiebende atmosphärische Zirkulation beeinflusst. Dies gilt auch für den US-Bundesstaat Kalifornien. Dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) 2014) zufolge wird bis Ende des Jahrhunderts in diesem Gebiet eine Verringerung des mittleren Jahresniederschlags um 10 - 20 % erwartet. Dennoch wird eine ausgedehnte und wasserintensive Landwirtschaft betrieben. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über erwartete Wirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt Kaliforniens und der damit zusammenhängenden Bewässerungslandwirtschaft. Weiterhin werden auf Nachhaltigkeit zielende Anpassungsmaßnahmen wie Wasserplanungssysteme für eine effizientere Bewässerung oder die Aufbereitung von Ab- und Salzwasser diskutiert. Um den Mangel des verfügbaren Oberflächenwassers zu kompensieren, werden die Bewässerungssysteme derzeit verstärkt mit Grundwasser gespeist. Dies hat eine zunehmende Verknappung der Ressource zur Folge, welche die Versorgungssicherheit zusätzlich erschwert. Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge müssen Managementmaßnahmen für eine effizientere Wassernutzung sorgen. Außerdem muss der Bau von Anlagen zur Wasseraufbereitung und Meerwasserentsalzung gefördert werden. So könnte ein erheblicher Teil der Nachfrage gedeckt werden. Aufgrund komplexer Zuständigkeiten für die Wasserversorgung, in die sowohl der Staat als auch private Unternehmen involviert sind, zeigt sich die Umsetzung politischer Anpassungsmaßnahmen jedoch problematisch.

Verwendete Literatur

 

Klimawandel und Wasserknappheit im westlichen Mittelmeerraum - Auswirkungen und Anpassungsmaßnahmen

P. Y. Ackermann und S. Meyer

Der Klimawandel führt in vielen Regionen der Erde zu Wassermangel und häufigeren Dürren, was eine Bedrohung sowohl für die Bevölkerung als auch für diverse Ökosysteme mit sich bringt. Von dieser Entwicklung ist unter anderen der westliche Mittelmeerraum besonders stark betroffen. Ziel dieses Review-Artikels ist es, anhand von aktueller Literatur den heutigen Stand der Wissenschaft zu dieser Thematik zu erfassen und eingehend zu erörtern. Dabei sollen mittels Studien für Spanien und Italien Erkenntnisse in Bezug auf die Wasserverfügbarkeit sowie auf den Wasserverbrauch erlangt werden. Außerdem sollen mögliche Anpassungsstrategien gegen die aufkommenden Probleme erläutert werden. Hierzu wurden die jüngsten Arbeiten zu dieser Thematik herangezogen. Insgesamt zeigen sich sowohl für Spanien als auch Italien in den letzten Jahrzehnten steigende Temperaturen sowie sinkende Niederschläge, was Prognosen zufolge auch im aktuellen Jahrhundert weiter anhalten und zu zunehmendem Wassermangel führen wird. Auf der anderen Seite steigen Wasserverbrauch und Nachfrage in zunehmendem Maße und vor allem in der Landwirtschaft weiter an. Als eine der aktuell geeignetsten Anpassungsstrategien gilt das Entsalzen von Meerwasser, das neben positiven Aspekten wie geringen Investitionskosten und hoher Zuverlässigkeit jedoch auch negative Gesichtspunkte wie einen hohen Energieverbrauch und schädigende Auswirkungen auf die Umwelt mit sich bringt. Als weitere mögliche Strategie sind veränderte Anbaumethoden in der Landwirtschaft zu sehen, die mit neuen Bewässerungsstrategien wie der Defizitbewässerung und alternativen, gegenüber Wassermangel resistenten Feldfrüchten einhergehen. Anhand der Ergebnisse wird ersichtlich, dass sich der verschärfenden Wasserknappheit im westlichen Mittelmeerraum bereits intensiv versucht wird, entgegenzuwirken, jedoch noch Bedarf bei der Entwicklung und Optimierung alternativer Anpassungsstrategien besteht.

Verwendete Literatur

 

Die Bedeutung von Permafrost-Degradationen für die Freisetzung klimarelevanter Gase am Beispiel des Qinghai-Tibet-Plateaus

J. Güntzel

Permafrostböden gehören zu den größten Kohlenstoffspeichern der Erde. Temperaturveränderungen verstärken die Degradation in Permafrost-Ökosystemen. Durch die angeregte mikrobielle Zersetzung werden klimarelevante Gase wie CO2 und CH4 freigesetzt.  Die Destabilisierung der Bodenschichten verursacht verstärkte Erosion. Zusätzlich zu den polaren und subpolaren Permafrost-Vorkommen spielen alpine Reservoire eine große Rolle. Die Qinghai-Tibet Region im Nordwesten Chinas ist durch einen hohen Flächenanteil alpinen Permafrostes von 1,050×106 km2 und einen geringen direkten anthropogenen Einfluss gekennzeichnet. Häufig verwendete Methoden zur Messung der Degradation sind Modellberechnungen wie das CMIP5, VAMPER oder IGSM, welche mit Klimamodellen gekoppelt werden. In Zukunft wird durch die zunehmenden Desertifikationsraten und des fortschreitenden Klimawandels eine kontinuierliche Permafrost-Degradation erwartet. Die Auswirkung der Degradation ist eine Verstärkung der lokalen Desertifikation. Messungen der CO2- und CH4-Emissionen und die Entwicklung von Szenarien auf Basis des IPCC-Berichtes 2013 zeigen eine zunehmende Bioproduktion und durchschnittliche CO2-Emission von 2550,29g CO2 m−2 y-1. Die Flächenverluste durch die Degradation liegen bei 22,44 % und 43,67 % bei RCP 2.6 und 4.5 und bei 46,08 % und 64,31 % bei den Szenarien RCP 6.0 und RCP 8.5. Große Unsicherheiten in der Modellierung bestehen in der schwierigen Vorhersagbarkeit der Klimaveränderungen und Differenzen der erwarteten Emissionsmengen. Dieser Beitrag diskutiert die erwarteten Auswirkungen der Permafrost-Degradation auf den Klimawandel und den Einfluss der Kohlenstoff-Emissionen auf den atmosphärischen Kohlenstoff-Kreislauf. Abschließend werden zukünftige Projektionen lokaler und globaler Rückgangs- und Emissionsraten dargestellt und ein Ausblick für die zukünftige Permafrostforschung gegeben.

Verwendete Literatur

 

Die Übernutzung oberirdischer Wasserressourcen und ihre Umweltwirkungen – eine umweltgeographische Analyse am Beispiel des Colorado River

M. M. Bahnsen und A.-K. Geske

Der Colorado River ist eine der bedeutendsten Wasserressourcen im Südwesten der USA. Zum einen wird der Trinkwasserbedarf anliegender Staaten durch den Fluss gedeckt. Zum anderen dient er der intensiven Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen und der Stromerzeugung. Diese intensive Wassernutzung führt dazu, dass der Fluss die Mündung in den Golf von Kalifornien auf natürliche Weise nur noch in sehr niederschlagsreichen Jahren erreicht. Der Wassermangel und die Veränderung des Fließverhaltens haben Auswirkungen auf das Ökosystem des Colorado Rivers. Verschiedene Untersuchungen zeigen Auswirkungen besonders auf Fische, Vögel und die Vegetation. Unter anderem konnte festgestellt werden, dass die Trockenheit eine zunehmende Verbuschung durch Tamarisken und den Rückgang des einheimischen Baumbestandes verursacht. Dies beeinträchtigt verschiedene Vogelarten, die als Spezialisten auf die typische Ufervegetation angewiesen sind. Außerdem wirkt sich der Brackwassermangel durch den ausbleibenden Einstrom in den Golf von Kalifornien auf aquatische Populationen wie Fische, Muscheln und Garnelen aus. Eine aktuell diskutierte Maßnahme der Degradation der Ökosysteme im Delta des Colorado Rivers entgegenzuwirken sind Environmental flows, die das gezielte Abfließen von Stauwasser oder die Rückführung von Nutzwasser aus der Landwirtschaft in den Fluss nutzen, um der Austrocknung des Flusses entgegen zu wirken. Anhand des Environmental flow Projekts Minute 319 aus dem Jahr 2014 wird deutlich, dass positive Auswirkungen für das Ökosystem zeitlich und räumlich begrenzt sind und die Maßnahme in Zukunft Verbesserungen benötigt. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, die ökosystemaren Folgen der Wassernutzung aufzuzeigen und die Environmental flows als mögliche Strategie für ein nachhaltiges Wassermanagement zu diskutieren. 

Verwendete Literatur

 

Die Biodiversität Vorderasiens in prähistorischer Zeit

F. Wilkes

In Vorderasien finden sich ab 9.500 v.Chr. die frühsten Agrargesellschaften. Prozesse zwischen diesen prähistorischen Gesellschaften und ihrer Umwelt lassen sich aufgrund des großen zeitlichen Abstandes umfassend analysieren und dienen dem tieferen Verständnis heutiger Landschaftsentwicklungen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung der Biodiversität in Vorderasien zu analysieren und die Wirkung verschiedener anthropogener Faktoren zu ermitteln. Dazu wurden die Ergebnisse archäobotanischer, archäozoologischer, geoarchäologischer und paläoklimatologischer Forschungsarbeiten ausgewertet. Anhand von drei Forschungsarbeiten und der Analyse von 21 Pollenprofilen lassen sich Jagd, Ackerbau, Viehwirtschaft, Handel und Migration als bedeutende anthropogene Einflussgrößen auf die Biodiversität definieren. Jagd, Ackerbau und Viehwirtschaft wirken sich negativ auf die Biodiversität aus, während Handel und Migration sorgen für einen starken Anstieg der Artenvielfalt. Im Verlauf der Urgeschichte kommt es zu einem Anstieg der Biodiversität in Vorderasien. Das Verständnis dieser Mensch-Umwelt-Beziehung ist von besonderem Wert für die Modellierung von Artenentwicklungen in anderen Regionen und Zeitabschnitten.

Verwendete Literatur

 

Ökosystemare Wirkungen invasiver Pflanzen – Eine Detailstudie zur Ausbreitung der Dachtrespe (Bromus tectorum L.) in Nordamerika und ihre systemverändernden Effekte

J. Thamm

Anthropogen bedingte biologische Invasionen treten weltweit auf und gelten als eine der wichtigsten Gefährdungsfaktoren der biologischen Vielfalt. Oftmals sind ihre meist weitreichenden Auswirkungen auf Ökosysteme nicht vollständig bekannt. Die in Europa heimische Dachtrespe (Bromus tectorum) dominiert als invasives einjähriges Gras weite Bereiche der semiariden Sagebrush-Steppen (Artemisia tridentata spp.) im nordamerikanischen Great Basin. Eigenschaften wie ein schnelles Wurzelwachstum, eine hohe Keimungsrate, die effiziente Nutzung von Bodenressourcen, die Erhöhung des Feuerrisikos und die Fähigkeit zur Änderung der Bodennährstoffverfügbarkeit ermöglichen B. tectorum erhebliche Konkurrenzvorteile gegenüber heimischen Arten. Besonders das durch B. tectorum verstärkte Feuerpotential durch die Bereitstellung trockener, extrem entflammbarer Biomasse erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit für zukünftige Managementkonzepte. Präventionsmaßnahmen und aktive Wiederherstellungen von degradierten Flächen in heimische Pflanzengesellschaften bilden Handlungsstrategien gegen die fortschreitende Invasion. Geeignete Überwachungssysteme ermöglichen die frühzeitige Erkennung und Einschätzung standörtlicher Veränderungen im Great Basin. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung bisheriger Forschungen zur Problematik der Dachtrespe im Great Basin hinsichtlich ihrer Einführung, Verbreitung und ökosystemverändernden Effekte. Darüber hinaus werden mögliche Managementstrategien zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung und der Reduktion entsprechender Risiken diskutiert. Die Ergebnisse zeigen, dass noch Wissenslücken im Bereich der ökosystemverändernden Mechanismen der Dachtrespe und der Auswirkungen von Managementmaßnahmen auf ihr Invasionspotential bestehen, die weitere Forschungen erfordern.

Verwendete Literatur

 

Ökosystemare Auswirkungen invasiver Tierarten im Mittelmeer am Beispiel des Rotmeer-Kaninchenfisches (Siganus rivulatus, Forsskål und Niebuhr) 

I. Flügge und C. Groß

Die Globalisierung hat weltweit eine zunehmende Einschleppung gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten zur Folge. Einige dieser als Neobiota bezeichneten Organismen entwickeln sich zu invasiven Arten und nehmen Einfluss auf bestehende Ökosysteme sowie deren Funktionen und Dienstleistungen. Das Verhalten von Invasoren und ihre Auswirkungen auf die erschlossenen Habitate sind bislang lückenhaft untersucht, jedoch werden überwiegend negative Effekte beschrieben. Ein Beispiel hoher Einwanderungsquoten mariner Neobiota und deren Auswirkungen auf Ökosysteme ist das Mittelmeer. Es steht durch den Suezkanal im direkten Austausch mit dem Roten Meer und hat bisher rund 700 eingeschleppte Arten zu verzeichnen. Aktuelle Schätzungen gehen von einem jährlichen Zuwachs von etwa 15 Arten aus, die primär durch Vektoren wie künstliche Wasserstraßen, Ballastwasser, Schiffanhaftungen und Aquakulturen eingebracht werden. Siganus rivulatus (Forsskål und Niebuhr) gilt im Mittelmeer als invasive Art dessen Etablierung bereits Veränderungen der Artenvielfalt und Artenzusammensetzung in küstennahen Braunalgenwäldern des östlichen Mittelmeeres zur Folge hat. Um den anhaltenden Eintrag weiterer Neobiota in den Mittelmeerraum zu reduzieren, werden zudem internationale Managementmaßnahmen verfolgt. Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen invasiver Arten auf marine Ökosysteme am Beispiel der Einbringung des Rotmeer-Kaninchenfisches (Siganus rivulatus) in das Mittelmeer und beschreibt Maßnahmen zur Handhabung gebietsfremder mariner Arten. Es wird gezeigt, dass invasive Arten umfangreiche Auswirkungen auf native Ökosysteme haben und ihr Management mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist.

Verwendete Literatur

 

Rehabilitation degradierter Korallenriffe

R. Bode und T. Lindenau

Marine Ökosysteme weisen eine hohe Biodiversität auf und stellen elementare Funktionen in Umweltkreisläufen, im Küstenschutz oder als Ressource bereit. Jedoch werden sie zunehmend durch anthropogen verursachte Prozesse negativ beeinflusst. Ein Beispiel hierfür ist die Degradation von Warm- und Kaltwasserkorallenriffen. In vielen Meeresregionen bilden Korallen eine Grundlage der physischen und biologischen Habitat-Struktur. Die Degradation dieser Struktur führt zu einer Reduktion der Biodiversität und dem Verlust von Ökosystemdienstleistungen der jeweiligen Korallenökosysteme. Der Hartkorallenbedeckungsgrad hat in vielen Riffen seit 1960 über 40% abgenommen.  Der vorliegende Beitrag erörtert Ursachen und Folgen der Degradation von Korallenriffen. Es werden die Einflüsse des Klimawandels, der Landwirtschaft, der Abwässer und der wirtschaftlichen Nutzung mariner Ökosysteme beschrieben. Weiterhin werden Schutz- und Rehabilitationskonzepte vorgestellt, welche das Ziel haben einer weiteren Degradation entgegenzuwirken. Diskutiert werden der ökosystembasierte Managementansatz, Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoff- und Sedimenteinträgen, sowie die Möglichkeit der Riffrestauration durch Wiederbepflanzung mit Korallen. Veranschaulicht wird dies anhand zweier Fallbeispiele: dem tropischen Korallenriff Great Barrier Reef in Australien und den Kaltwasserkorallenriffen vor der Küste Norwegens. Durch anthropogenes Einwirken sind Korallenriffe global von einem Verlust an Ökosystemdienstleistungen betroffen. Um diesem Trend entgegen zu wirken, sind integrative Managementansätze auf einer globalen Ebene erforderlich.

Verwendete Literatur

 

Prähistorische Bodenerosion. Auswirkungen und Bedeutung

C. Feddern

“Slash and Burn” beschreibt die Ackerbaustrategien der ersten Bauern. Diese waren im Neolithikum die ersten, welche die Landschaftsoberfläche der Erde signifikant veränderten. Mittels Literaturrecherche zeigt der vorliegende Beitrag die Auswirkungen und Bedeutung von Bodenerosion auf, welche in diesem Abschnitt der Menschheitsgeschichte stattfand. Ziel ist es, einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse im Hinblick auf die Auswirkungen prähistorischer Erosionsprozesse und deren Einfluss auf den globalen Kohlenstoffkreislauf zu geben.  Dies wird verknüpft mit archäologischen Untersuchungen zur Lebensweise der ersten Bauern in dem Gebiet Europas, die sozioökonomische und soziokulturelle Aspekte beinhaltet. Es werden auf der einen Seite die Vorteile, welche in der Kombination dieser zwei Forschungsfelder liegen aufgezeigt. Auf der anderen Seite werden mögliche Ursachen und Effekte dargestellt, die Defizite und offene Fragen der Untersuchungen und Modellierungen aufweisen bzw. Ansätze zur zukünftigen Verfeinerung liefern. Die Ergebnisse zeigen, dass zum einen bereits die ersten Bauern messbaren Einfluss auf den globalen Kohlenstoffkreislauf hatten, der einher mit fortschreitender Kultivierung und Bodenerosion geht. Zum anderen wird aufgezeigt, dass Studien die sich diachron mit Zeitabschnitten von vor tausenden von Jahren beschäftigen dabei helfen das Wissen über ökosystemare Langzeit Trends und Entwicklungen zu vergrößern. Dies wird ebenso in der Bewältigung zukünftiger Aufgaben im Umwelt-management hilfreich sein.

Verwendete Literatur

 

Wirkungen des Klimawandels auf Ausmaß und Frequenz von Wald- und Buschbränden und deren Management am Beispiel des Westens der USA

F. Luthmann und D. T. Mohr

Das Ausmaß und die Frequenz von Wald- und Buschbränden werden stark vom Klimawandel und den damit verbundenen steigenden Temperaturen beeinflusst. Ziel dieser Arbeit ist es, diesen Zusammenhang zunächst auf globaler Ebene darzustellen und anschließend im Westen der USA näher zu betrachten. Dabei wird vor allem auf die Gründe für die Verlängerung der Fire-Season Length und des häufigeren Auftretens von Fire Weather eingegangen. Zudem wird analysiert, welche Strategien zur Mitigation angewendet werden und wie effektiv diese sind. Zu diesem Zweck wurde aktuelle Fachliteratur recherchiert. Die Ergebnisse zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen den Wirkungen des Klimawandels und dem Auftreten und Ausmaß von Bränden. Besonders durch das Ansteigen der Temperaturen und dem damit verbundenen früheren Frühlingsanfang sowie Beginn der Schneeschmelze ist mehr potentieller Brennstoff über einen längeren Zeitraum vorhanden. Dies führt zu einem häufigeren Auftreten von Fire Weather sowie einer Verlängerung der Fire-Season Length. An der Westküste der USA sind außerdem die Auswirkungen des Klimaphänomens El-Niño von Bedeutung, welche zu längeren Trockenperioden führen. Der Umgang mit dieser Entwicklung wird zu einer wachsenden Herausforderung. Bisherige Management- und Mitigationsmaßnahmen müssen dahingehend überdacht werden, inwieweit und an welchen Stellen ein Eingreifen des Menschen überhaupt nötig ist. Feuer stellen zwar einen essentiellen Bestandteil vieler Umweltsysteme dar, die erhöhte Frequenz kann jedoch an vielen Stellen negative Auswirkungen haben.

Verwendete Literatur

 

Salzwüsten durch Menschenhand: Die Staubbelastung im Gebiet des Owens (dry) Lake, Kalifornien – Ursachen, Auswirkungen und mögliche Bekämpfungsmaßnahmen

H. Böhnert und G. Günther

In semiariden und ariden Regionen der Erde führen eine übermäßige Wassernutzung und eine geringe Wasserverfügbarkeit häufig zu Konflikten und Umweltproblemen. Ein gravierendes Beispiel für die Auswirkungen übermäßiger Wassernutzung ist der im Süd-Osten gelegene Owens Lake im Bundesstaat Kalifornien. Infolge der Umleitung des Owens River im Jahr 1913 durch die Stadt Los Angeles fiel der Owens Lake im Jahr 1926 nahezu trocken. In den folgenden Jahren entwickelte sich die freiliegende Playa zu der größten anthropogen bedingten Einzelquelle von PM10 Emissionen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Entsprechende Dust Control Measures (DCM) zur Reduktion gesundheitsgefährdender, erodierter Aerosole werden seit dem Jahr 1989 von der Great Basin Unified Air Pollution Control District (GBUAPCD) in Zusammenarbeit mit der United States Environmental Protection Agency (USEPA) untersucht. Zu den genehmigten und sich bereits in Teilbereichen des Owens Lake in der Anwendung befindenden Maßnahmen (Best Available Control Measure bzw. BACM) zählen das Wiederherstellen der ursprünglichen Pflanzengesellschaften, das Abdecken der Playa mit einer 5-10 cm mächtigen Kiesschicht und das periodische Fluten stark erosionsanfälliger Areale. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Evapotranspiration mithilfe einer Ausweitung der bestehenden Salzkruste zu reduzieren, um auf diese Weise eine erosionsresistente Oberfläche zu schaffen. Um eine Empfehlung für das Management menschengemachter Salzwüsten zu geben, analysiert der vorliegende Beitrag die Ursachen, Auswirkungen und mögliche Bekämpfungsmaßnahmen anthropogen bedingter Salzwüsten am Beispiel des Owens Lake.  Die Ergebnisse der Literaturrecherche zeigen, dass nur eine Kombination verschiedener Maßnahmen einen effektiven Schutz von Mensch und Natur gewährleisten kann.

Verwendete Literatur

 

A question of edge? Wirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität

L. Britzius und I. Ullmann

Biotische und abiotische Umwelteinflüsse sind entscheidende Treiber für die Entwicklung und Anpassung von Flora und Fauna an spezifische Lebensräume. Wie schon vergangene Kalt- und Warmzeiten ruft auch der anthropogene Klimawandel Veränderungen in den klimatischen Bedingungen hervor und beeinflusst nicht nur einzelne Individuen oder Populationen, sondern wirkt sich auf ein gesamtes Biom und deren Biodiversität aus. Die zum Arterhalt notwendigen Anpassungsstrategien sind vielfältig, erfordern jedoch ein hohes Maß intraspezifischer Diversität. Während sich Kernpopulationen einer Art innerhalb ihres ökologischen Optimums bewegen, besetzen range-edge Populationen hoch spezialisierte Nischen an den Rändern ihres Existenzbereichs. Diese marginalisierten Populationen existieren meist isoliert und weisen innerhalb ihrer Grenzen nur eine geringe genetische Variabilität auf, während sie populationsübergreifend die Diversität erhöhen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der range-edge Populationen für den Arterhalt, stellt sie in Zusammenhang mit dem anthropogenen Klimawandel und diskutiert mögliche Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität. Auf Grundlage einer ausführlichen Literaturrecherche wurden Ergebnisse sowohl empirischer als auch theoretischer Arbeiten zusammengefasst und verglichen. Die spezialisierten range-edge Populationen werden auch künftig eine besondere Rolle im Art- und Biodiversitätserhalt einnehmen und erfordern eine stärkere Berücksichtigung in Klima- und Umweltpolitik sowie der Planung von Naturschutzkonzepten. Darüber hinaus besteht weiterer Forschungsbedarf, um die zugrundeliegenden Populationsdynamiken besser verstehen sowie mögliche Schutzmaßnahmen besser abstimmen zu können.

Verwendete Literatur