Die Landschaft im Südwesten der USA 2018

Tag 6: Flagstaff - Holbrook

Verfasst von:

E. Fortenbacher 
L. Stjern
 

Tagesübersicht
 

Am 6. Tag der Exkursion führte die Fahrt über das Colorado Plateau von Flagstaff nach Page, um dort den Antelope Canyon und den Glen Canyon Dam zu besichtigen. Auf der Rückfahrt über Flagstaff nach Holbrook stand noch ein kurzer Zwischenstopp am Horseshoe Bend auf dem Programm. Aufgrund der Zeit wurde der Besuch des Petrified Forests nahe Holbrook auf den nächsten Tag verschoben. 

 

Abbildung 1: Stationen des 6. Tages (Quelle: Google Maps 2018)
Abbildung 1: Stationen des 6. Tages. Quelle: Google Maps 2018

 

 

Die Navajo Nation Reservation
 

Die 2-stündige Fahrt von Flagstaff nach Page zum Antelope Canyon führte zum größten Teil durch das Gebiet der Navajo (auch Diné). Die Navajo-Nation-Reservation ist mit 250.000 Einwohnern das größte Reservat in den USA und mit ca. 67.300 km² ungefähr so groß wie Bayern. Es liegt in den Bundestaaten Utah, Arizona und New Mexico und wurde den Diné per Vertrag im Jahr 1868 zugesprochen und im Laufe der Jahre erweitert, bis die heutige Größe erreicht war. Die Reservation hat eine eigene Regierung und eine eigene Polizei, die Hauptstadt ist Window Rock. Über die Hälfte der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze, die Haupteinkommensquellen sind Landwirtschaft, der Verkauf von Kunsthandwerk und der Tourismus. 

 

Abbildung 2: Gebiet der Navajo Nation Reservation (Quelle: Google Maps 2018)
Abbildung 2: Gebiet der Navajo Nation Reservation. Quelle: Google Maps 2018.

 

 

Antelope Canyon (20 °C, 33,40 % Luftfeuchtigkeit)
 

Der Antelope Canyon liegt auf dem Colorado Plateau. Das Colorado Plateau erstreckt sich über Utah, Arizona, New Mexico und Nevada und umfasst eine Fläche von 337.000 km². Der Name des Plateaus setzt sich aus „rot“ und „Erhöhung“ zusammen, da hier die rote Färbung des Gesteins typisch ist. Das Colorado Plateau besteht aus horizontal geschichteten Gesteinen. Das Gebiet um den Antelope Canyon ist hauptsächlich durch Sandstein aus dem Mesoziokum (vor ca. 160 Mio. Jahre) dominiert, und ist damit jünger als der Grand Canyon. Das Gebiet war ehemals durch Sanddünen geprägt, die sich später zu den sogenannten Crossbeds entwickelt haben (siehe unten). Es gibt unterschiedliche Arten von Canyons, der Antelope Canyon wird als Slot Canyon (Klamm) bezeichnet. Slot Canyons sind typisch für das Colorado Plateau. 

 

 

Abbildung 3: Ausgang des Antelope Canyon (Foto: Fortenbacher 2018)
Abbildung 3: Ausgang des Antelope Canyon. Quelle: Fortenbacher 2018.

 

 

Bildung eines Slot Canyons
 

Das Colorado Plateau hebt sich regelmäßig. Die infolgedessen brüchigen Steine bilden Bruchstellen (Slots) in die Wasser eindringt und sie vergrößert. Dabei wirkt der Venturi-Effekt: Flüssigkeit muss sich beim Fließen an die vorgegebenen Risse und Spalten anpassen und fließt dadurch bei engen Rissen und Spalten höher und schneller. Daher und aufgrund von unregelmäßiger Erosion des Materials (durch unterschiedliche Gesteinstypen) entstehen die typischen wellenartigen Formen des Canyons. Zusätzlich verstärken sogenannte Flash Floods den Effekt. Flash Floods treten unregelmäßig auf und sind nicht vorhersehbar. Sie entstehen durch Starkregenereignisse im Einzugsgebiet des Canyons. Durch das aride Klima ist kaum Vegetation vorhanden, die die Wassermassen aufhalten können. Daher fließt das Wasser sehr schnell durch den Canyon hindurch. Die letzte Flash Flood wurde vor etwa 3 ½ Jahren aufgezeichnet. Bei Regenfällen, auch in der weiteren Umgebung wird der Canyon gesperrt, da durch die Flashfloods eine Gefahr für die Touristen besteht. 

 

Abbildung 4: Typische Formen im Canyon (Foto: Fortenbacher 2018)
Abbildung 4: Typische Formen im Canyon. Quelle: Fortenbacher 2018.

 

 

Umgebung des Canyons
 

Die Umgebung des Canyons ist gekennzeichnet von Badlands und cross beds, die beide auch schon auf der Fahrt zum Canyon zu sehen waren. Badlands sind leicht erodierbare Hügel aus tonigem Material. Sie sind typisch für aride Regionen mit unregelmäßigen Niederschlagsereignissen. Durch spärliche Vegetation und lockere Sedimente können sie sehr leicht und gleichmäßig erodiert werden, wodurch ihre charakteristische abgerundete Form entsteht. Der Name entwickelte sich aus den Begriffen der Native Americans und Pelzjägern in Nordamerika, die das Land als „schlechtes Land“ bezeichneten, da es aufgrund der vielen Hügel und des lockeren Gesteins schwer zu durchqueren und zu nutzen war. Crossbeds sind zur horizontalen Schicht geneigte Sedimentschichten. Sedimentgesteine lagern sich normalerweise horizontal ab. Auf Sanddünen und Rippeln können jedoch sogenannte Cross Beds entstehen, die die steile Leeseite der Dünen abbilden. Sie können daher die Fließrichtung der Dünen anzeigen.

 

Abbildung 5: Cross Beds (Foto: Fortenbacher 2018)
Abbildung 5: Cross Beds. Quelle: Fortenbacher 2018.

 

 

Glen Canyon Dam und Page (20 °C, 27,40 % Luftfeuchtigkeit)
 

Der Glen Canyon Dam mit seinem Stausee Lake Powell liegt in der Nähe von Page und wurde in den 60-er Jahren fertiggestellt. Er staut den Colorado River mithilfe einer sogenannten Bogengewichtsmauer an, die 216 m hoch und an der Krone 475 m lang ist. Lake Powell ist der zweitgrößte Stausee der USA und hat einen Speicherraum von 33.304 Mio. m³.  60-80% des Wassers werden für die Landwirtschaft genutzt, 10-15 % für Strom und der Rest für die Stadt Page. Page wurde im Zuge der Bauarbeiten am Staudamm aufgebaut und ist heute vor allem touristisch geprägt. Kennzeichnend für Page sind die Golfplätze, der Häuserbestand sind größtenteils Hotels, viele Restaurants und Kirchen verschiedener Konfessionen. Der wichtigste Arbeitgeber ist der Tourismus. Auch der Lake Powell wird heute stark für Freizeitaktivitäten wie Wassersport, Fischen und Fahrradfahren genutzt. 

 

Abbildung 6: Der Glen Canyon Dam (Foto: Fortenbacher 2018)
Abbildung 6: Der Glen Canyon Dam. Quelle: Fortenbacher 2018.

 

 

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