Die Landschaft im Südwesten der USA 2018

Tag 5: Tuzigoot National Monument, Red Rock State Park und Sedona

Verfasst von:

S. Kuhn
R. Pieske
 

Tagesübersicht
 

Der 5. Tag der Exkursion hatte zwei Schwerpunkte – zum einen die geomorphologische Entwicklung der Red Rocks und zum anderen die Beleuchtung verschiedener Kulturen in Arizona. Die Route verlief, wie Abbildung 1 zeigt, in Richtung Süden entlang der Interstate 17 von Flagstaff zum Tuzigoot National Monument. Von dort aus fuhr die Exkursionsgruppewieder in Richtung Norden auf der 89A zum Red Rock State Park. Bevor der Tag wieder in Flagstaff endete, bildete Sedona den letzten Halt des Tages. 

 

Abbildung 1: Route Tag 5 (Google Maps 2018).
Abbildung 1: Route Tag 5. Quelle: Google Maps 2018.

 

 

Höhenverlauf, Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit
 

Innerhalb des Tagesverlaufs konnten verschiedene Daten, wie Höhe, Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit, an den verschiedenen Haltepunkten gemessen werden, welche in Abbildung 2 aufgeführt werden. Die Temperatur hielt sich den ganzen Tag über bei etwa 25 °C. Die relative Luftfeuchte hingegen nahm im Tagesverlauf immer weiter zu: Beim Tuzigoot National Monument lag sie bei 20 %, auf dem Mesa hingegen bei 26,30 %. Die Windgeschwindigkeit schwankte, im Red Rock State Park war sie mit 6,76 km/h am höchsten, am Tuzigoot National Monument konnte keine Windgeschwindigkeit gemessen werden. Am Höhenverlauf ist deutlich zu sehen, dass Sedona höher liegt als die restlichen Stationen des Tages. 

 

Abbildung 2: Höhenverlauf, Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit (R. Pieske, Daten von Günther 2018).
Abbildung 2: Höhenverlauf, Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit. Quelle: Pieske nach Daten von Günther 2018. 

 

 

Tugizoot National Monument

 

Abbildung 3: Blick vom Tuzigoot National Monument (Kuhn 2018).
Abbildung 3: Blick vom Tuzigoot National Monument. Quelle: Kuhn 2018.

 

Beim Besuch des Tuzigoot National Monuments kann ein Einblick in die Entwicklung des Pueblos und der Kultur der Native Americans erhalten werden. Auf dem Dach des Monuments beantwortete ein Volunteer des Visitor Centers einige Fragen zur Siedlungsgeschichte. Am Anfang gab es im Verde Valley die Sammler und Jäger, wie auch einige Fundstücke – Speere, Darts, Messer – beweisen. Die Menschen folgten bei ihren Wanderungen dem Fluss, vor allem weil der Verde River immer wieder austrocknete. Dann kam eine neue Zeitperiode, in der aufgrund klimatischer VeränderungenPflanzen und Tiere in der Gegend natürlich vorkamen. Wichtig für die Besiedlung waren Ressourcen wie Wasser, Pflanzen- und Tiervorkommen, Mineralien und Baumaterial.

Die ersten Siedler im Verde Valley waren die Hohokam, die schon landwirtschaftlich agierten, Lebensmittel und Baumwolle anpflanzten. Sie lebten in Gruben-Häusern und handelten mit den umliegenden Siedlungen. Später erst siedelten sich die Sinagua an diesem Ort an. Sie lebten in Pueblos, die meist auf Hügeln gebaut wurden, in der Umgebung wurde Landwirtschaft betrieben. Es gab zwischen den Sinagua und den Hohokam einen regen Handel. Dieser kann an Tongefäßen und Kleidung gezeigt werden. Das Monument selbst ist das, was vom Pueblo übriggeblieben ist, welches hier zwischen 1000 und 1400 n. Chr.  erbaut und bewohnt wurde. 

 

 

Red Rock State Park
 

Abbildung 4: Cathedral Rock im Red Rock State Park (F. Busche).
Abbildung 4: Cathedral Rock im Red Rock State Park. Quelle: Busche 2018.

 

Abbildung 5: Oak Creek: Grundwasser gespeister Fluss, der ganzjährig mit Wasser gefüllt ist. Umrahmt ist der Fluss von Birken, die sich bei der hohen Bodenfeuchtigkeit an diesem Uferstandort durchsetzen können (Pieske 2018).
Abbildung 5: Oak Creek: Grundwasser gespeister Fluss, der ganzjährig mit Wasser gefüllt ist. Umrahmt ist der Fluss von Birken, die sich bei der hohen Bodenfeuchtigkeit an diesem Uferstandort durchsetzen können. Quelle: Pieske 2018. 

 

Der Red Rock State Park ist bekannt für die roten „Hügel“, die die sieben Warriors oder Sisters genannt werden. Der Park liegt in dem unterem Sonora-Desert und wird häufig als Übergangszone zwischen dem Colorado Plateau und dem Sonora-Desert bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein semiarides Gebiet mit 457 mm Niederschlag im Jahr. Außerdem gibt es in den Red Rocks eine hohe Diversität: Insbesondere durch die aquatischen Lebensräume, die Tiere und Pflanzen im und um das Wasser beherbergen, und die Uferzonen der Flüsse wird die Biodiversität ermöglicht. Der Hauptteil der Vegetation ist geprägt durch Pinien – meist Gelbkiefern – und Wacholder. 

 

 

Wie hat sich diese Schichtung entwickelt?
 

Abbildung 6: Modell zur Schichtung der Red Rocks aus dem Visitor Center (verändert nach Kuhn 2018).
Abbildung 6: Modell zur Schichtung der Red Rocks aus dem Visitor Center. Quelle: Red Rock Visitor Center, verändert). 

 

Die Geologie der Red Rocks ist der des Grand Canyon sehr ähnlich und kann eingeteilt werden in die metamorphen Gesteine, Sedimentgesteine und magmatischen Gesteine. Heute liegt an der Oberfläche hauptsächlich Sedimentgestein. Anhand einer Analyse der einzelnen Schichten aus den Gesteinen des Colorado Plateaus können die Prozesse, die sich innerhalb der letzten Millionen Jahren abgespielt haben, verstanden werden. Auch wenn Verwitterungsprozesse gegenwärtige Phänomene darstellen, liegen die Hauptprozesse in der weiten Vergangenheit. Das älteste Gestein, das metamorphe Grundgebirge, ist auf 1,8 Mrd. Jahren vor unserer Zeit datiert. Es ist auf vulkanische Inseln zurückzuführen, die mit Nordamerika kollidierten und für eine Faltung des abgelagerten Materials sorgten. Nachdem 50 Mio. Jahre an der Oberfläche erodiert wurde, entwickelte sich nach und nach eine flache Oberfläche ungefähr auf der Höhe des Meeresspiegels. Dieses Gestein wurde weiter überlagert und schließlich schräggestellt. 

Vor 500 Mio. Jahren gab es die ersten Tiere in diesem Gebiet, worauf Fossilien aus dem Gestein hindeuten. Es vollzog sich zu dieser Zeit eine Transgression, also ein landeinwärtiges Vorrücken der Küstenlinie. Da der Ozean das Gebiet des Red Rock State Parks eine lange Zeit bedeckte, ist eine dicke Schicht an Kalkstein, die durch Ablagerung von Muscheln und Schnecken entstand, vorzufinden. Durch die Gletscherschmelze wurde der Meeresspiegel angehoben, wodurch Sedimente über weitere Strecken verbreitet werden konnten. So gelangten stromabwärts transportierte eisenreiche Sedimente aus den früheren Rocky Mountains in die Gegend des Colorado Plateaus und zudem kam es vermehrt zu Salzablagerungen. Vor circa 65 Mio. Jahren kam es durch eine plattentektonische Subduktion zu einer Anhebung des Colorado Plateaus um mehrere 1.000 m, wobei die horizontalen Schichten größtenteils erhalten blieben. Während der letzten 20 Millionen Jahre beeinflussten Vulkanaktivitäten die Gegend. So entstanden die verschiedenen Schichten über Millionen von Jahren. 

 

Abbildung 7: Ein Fossil – genauer ein Abdruck eines antiken Baums, der nur im tropischen Klima wuchs (Pieske 2018).
Abbildung 7: Ein Fossil – genauer ein Abdruck eines antiken Baums, der nur im tropischen Klima wuchs. Quelle: Pieske 2018. 

 

 

Entwicklung der Stadt Sedona

 

Abbildung 8: Center for New Age (Kuhn 2018).
Abbildung 8: Center for New Age. Quelle: Kuhn 2018. 

 

Schon bei der Durchquerung Sedonas mit dem Auto kann der Einfluss der New Age Bewegung beobachtet werden. Dieser Eindruck bestätigt sich bei der Besichtigung des Tlaquepaque Arts & Craft Village. Sedona liegt 48 km südlich von Flagstaff im Verde Valley am Rand des Colorado Plateaus. Die Bevölkerungszahl liegt bei 10.397 Einwohnern auf einer Fläche von 48,2 km². Abbildung 9 zeigt die Entwicklung der Stadt. Sedona war bis zu dem Jahr 1821 in spanischem Besitz, bevor es in den mexikanischen Besitz übertrat. Nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg, im Jahr 1848, erhielt Sedona die Zugehörigkeit zu Arizona. 1876 kam der erste Siedler Jim Thompson in die Gegend und ab dem Jahr 1946 zogen nach der Ansiedlung von Künstlern wie Dorothea Tanning und Max Ernst viele weitere Künstler wie Maler, Bildhauer oder Schriftsteller in die Gegend hinzu. Im Jahr 1988 erhielt Sedona die Stadtrechte. 

 

Abbildung 9: Entwicklung der Gegend (Pieske 2018).
Abbildung 9: Entwicklung der Gegend. Quelle: Pieske 2018.

 

 

Tlaquepaque Arts & Craft Village
 

Im Tlaquepaque Arts & Craft Village, einem Einkaufszentrum im spanisch-mexikanischen Stil, zeigt sich deutlich der Einfluss der New Age Bewegung auf die Stadt. Die New Age Bewegung ist eine spirituelle Strömung, die sich dadurch auszeichnet, dass der Mensch im Einklang mit der Natur eine Bewusstseinserweiterung erreichen möchte – eine Art kosmisches Bewusstsein. In dem Center können einerseits spirituelle Praktiken wie Heilungsmassagen oder Handlesen durchgeführt werden andererseits Kristalle und andere Gegenstände, die verschiedene Energien abgeben sollen, erworben werden. Zudem gab es mehrere Läden mit künstlerischen Werken und Cafés in besonderem Stil. Sedona gilt als Zentrum dieser New Age Bewegung. An diesem Ort soll laut den Anhänger*innen der Bewegung eine Verbindung mit Natur und Geist vonstattengehen können. Insbesondere die Berge und die Natur Sedonas sollen eine spirituelle Kraft aufweisen und als Quelle für positive Energien und die eigene Balance dienen. Es gibt sogar eine Organisation, die Sedona Metaphysical Spiritual Association, welche verschiedene Events und Führungen zu dem Thema anbietet. 

 

Abbildung 10: Brunnen im Tlaquepaque Arts & Craft Village (Kuhn 2018).
Abbildung 10: Brunnen im Tlaquepaque Arts & Craft Village. Quelle: Kuhn 2018.

 

 

Airport Mesa
 

Von dem Mesa oder Zeugenberg genannt, konnte die Natur um Sedona noch einmal betrachtet werden. Hierbei handelt es sich um eine geomorphologische Form, die sich durch eine tischförmige, weite Gipfelebene mit oft seitlich angrenzenden Steilhängen auszeichnet. Mesas sind eine charakteristische Form in Gebieten mit annähernd horizontal lagernden Sedimentschichten. Eine gegen erosive Prozesse besonders resistente Schicht führt dazu, dass das darunterliegende Gestein nicht so schnell erodiert wird wie die Umgebung. Daher ist der Mesa ein Zeuge für die ehemals vorliegende Oberfläche. Dieser Naturerscheinung wird von den Anhängern der New Age Bewegung ein spiritueller Sinn zugeschrieben. Hier und auch an anderen Orten in der Umgebung sollen Energiewirbel, sogenannte Vortexes, zu einer Geist-Körper-Heilung und einer spirituellen Bewusstseinsveränderung führen. 

 

Abbildung 11: Aussicht von einem Mesa (Kuhn 2018).
Abbildung 11: Aussicht von einem Mesa. Quelle: Kuhn 2018. 

 

Abbildung 12: Exkursionsgruppe (Duttmann 2018).
Abbildung 12: Exkursionsgruppe. Quelle: Duttmann 2018.

 

 

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Quellen:
 

Blakey, R. und W. Ranney (2008): Ancient Landscapes of the Colorado Plateau. Grand Canyon Association. Arizona. 

Chronic, H. (2003): Roadside Geology of Arizona. Missoula. 

Downum, C. (2012): Hisat’sinom: Ancient Peoples in a Land without Water. Santa Fe.

Schneider, M. (1991): New Age: Empirische Studien zur New Age Bewegung. München.

Sedona Metaphysical Spiritual Association (o.J.): Welcome to SMSA. In: https://sedonamuseum.org/historyofsedona(Stand 28.05.2018).

Sedonas Spirit Journeys (o.J.): What is a VORTEX?  What does the word mean? In:  http://sedonaspiritjourneys.com/sedona-s-vortex-energy/(Stand 25.04.2018).

Unbekannt (o.J.): Welcome to Red Rock Country. In:https://visitsedona.com/ (Stand: 28.05.2018).