Die Landschaften im Nordwesten der USA und ihre Nutzungen 2017

Tag 8: Pullman - Missoula

Verfasst von:

V. Homuth
J. Wiedenhöfer


Tagesübersicht
 

Der achte Exkursionstag startete morgens mit einem kurzen Tagesbriefing am Motel in Pullman. In der kurzen Besprechung wurden die Tagesroute und die geplanten Stopps kurz erläutert. Auf der etwa 450km langen Etappe von dem Bundesstaat Washington durch Idaho nach Montana, die in Abbildung 1 zu sehen ist, sollten zwei Standorte angefahren werden. Die National Bison Range, die für den Schutz des nordamerikanischen Bisons gegründet wurde, bildete den Haupttagespunkt. Die Exkursionsgruppe wurde darüber informiert, dass dort ein fester Termin mit einem Experten geplant ist, sodass der vorherige Stopp eher kurz gehalten werden sollte. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass auf der Strecke von Pullman nach Missoula, dem nächsten Übernachtungsstandort, von der Pacific Time Zone in die Mountain Time Zone, gewechselt wird. Aufgrund der relativ langen Fahrtzeit wurden an diesem Tag lediglich zwei Stopps eingeplant, die zum einen die wirtschaftliche Entwicklung der Region am Beispiel der Stadt Coeur d’Alene in Idaho, den Schutz des nordamerikanischen Bisons auf der National Bison Range in Montana und die Landschaftsformung durch den Glacial Lake Missoula thematisierten.

 

 

Abbildung 1: Streckenführung des achten Exkursionstages. Quelle: Verändert nach Google Earth 2016
Abbildung 1: Streckenführung des achten Exkursionstages. Quelle: Verändert nach Google Earth 2016

 

 

Coeur d‘Alene


Nach einer Fahrtzeit von etwa zwei Stunden erreichte die Exkursionsgruppe den ersten Standort. Im McEuen Park, der am nördlichen Ufer des Lake Coeur d’Alene, der in der gleichnamigen Stadt liegt, wurde die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes und deren Folgen beleuchtet und diskutiert. Hierzu gab es einen kurzen Vortrag durch eine der Tagesreferentinnen. In dem bei Touristen beliebten Ort leben etwa 44 000 Einwohner, in der Region insgesamt ungefähr 680 000. Die Siedlung wurde aufgrund des dortigen Silbervorkommens gegründet. Der Bundesstaat Idaho weist viele Mineralvorkommen auf. 45% des gesamten Silbers der USA werden in Idaho abgebaut. Aufgrund dieser Mineral- und Metallvorkommen gelangte auch die Region um Coeur d’Alene zu großem Wohlstand. Trotz zahlreicher noch aktiver Mienen ist die Region heute stärker durch Tourismus und Naherholung geprägt. Der größte Arbeitsgeber ist das Coeur d’Alene Resort, das am Nordufer des Sees direkt am McEuen Park gelegen ist (Restoration Partnership o. J.).

 

 

Abbildung 2: Coeur d’Alene Resort. Quelle: Wiedmann 2016
Abbildung 2: Coeur d’Alene Resort. Quelle: Wiedmann 2016

 

 

Auf dem Weg zum Standort in Coeur d’Alene wurde ein Teil der Innenstadt durchfahren. Es konnte festgehalten werden, dass die Stadt im Vergleich zu anderen während der Exkursion besuchten Orten, einen sehr gepflegten Eindruck machte. Dies führte die Exkursionsgruppe auf den Wohlstand der Stadt durch den Bergbau und auf den Tourismus zurück.

 

 

Abbildung 3: Gepflegtes Blumenbeet in Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016
Abbildung 3: Gepflegtes Blumenbeet in Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016

 

 

Von dem Standort im McEuen Park hatte die Exkursionsgruppe einen Blick auf den Lake Coeur d’Alene, welcher durch die Abfallprodukte des Bergbaus auch heute noch stark kontaminiert ist. Auf diese Kontamination konnten am Standort selbst keine Hinweisschilder gefunden werden. Der Bergbau in der Region um die Stadt Coeur d’Alene, besonders im Bereich South Fork – östlich des Lake Coeur d’Alene – führte zu einem starken Schwermetalleintrag in den See und umliegende Gewässer. Belastet sind diese Gewässer auch heute noch vor allem durch Kadmium, Arsen, Blei und Zink, was zu weitreichenden ökologischen Folgen für die Region führte (Restoration Partnership o. J.). Gewarnt wird die Öffentlichkeit vor allem vor der Bleibelastung im See, sodass an einigen Stellen vom Baden abgeraten wird (Kootenai Environmental Alliance o. J.).

 

 

Abbildung 4: McEuen Park in Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016
Abbildung 4: McEuen Park in Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016

 

 

Abbildung 5: Blick vom McEuen Park auf den Lake Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016
Abbildung 5: Blick vom McEuen Park auf den Lake Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016

 

 

Um den Schadstoffeintrag in den See, den Coeur d’Alene River sowie dessen Zuflüsse zu verringern, werden Buffer Zones rund um die Gewässer angelegt. Die Oberflächengewässer der Region, aus denen zu einem großen Teil auch das Leitungswasser der Bevölkerung stammt, bleiben vorerst jedoch weiter belastet, wie in Abbildung 6 zu sehen ist. Aufgrund dessen werden die Anwohner durch Öffentlichkeitsarbeit über die möglichen Gesundheitsrisiken und Handlungsoptionen aufgeklärt (Idaho Department of Environmentel Quality und CDA Tribe o. J.).

 

 

Abbildung 6: Bleikonzentration im Coeur d’Alene River und Coeur d’Alene Lake. Quelle: Idaho Department of Environmental Quality und CDA Tribe o. J.
Abbildung 6: Bleikonzentration im Coeur d’Alene River und Coeur d’Alene Lake. Quelle: Idaho Department of Environmental Quality und CDA Tribe o.J.

 

 

Anschließend an die gemeinsame Diskussion der ergriffenen Renaturierungsmaßnahmen und den Umgang mit der Kontamination in der Region wurde noch eine kurze Mittagspause eingelegt. Einige Studenten nutzen diese Zeit, um zum See zu gehen. Dort befanden sich direkt am Resort einige Bootsanleger, die auf die touristische Nutzung zurückzuführen sind.

 

 

Abbildung 7: Bootsanleger am Coeur d’Alene Resort. Quelle: Wiedmann 2016
Abbildung 7: Bootsanleger am Coeur d’Alene Resort. Quelle: Wiedmann 2016

 

 

Abbildung 8: Bootsanleger nahe des McEuen Parks in Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016
Abbildung 8: Bootsanleger nahe des McEuen Parks in Coeur d’Alene. Quelle: Wiedmann 2016

 

 

Daraufhin machte sich die Exkursionsgruppe auf den Weg zur National Bison Range. Die Fahrtzeit betrug 2 ½ Stunden. Auf dem Weg entlang der Interstate 90 konnte der Einfluss der Mineralvorkommen und des Bergbaus auf die Region festgestellt werden. Zum einen spiegelten die Namen der Orte wie beispielsweise „Silverton“ und „Silver Mountain“ die Bedeutung des Metalls für die Region wieder. Zum anderen konnte festgestellt werden, dass ehemalige Mienen und das Image der Region auch touristisch genutzt werden. So wurde beispielsweise ein alter Mienenschacht gesehen, der nun besichtigt werden kann.

 

 

National Bison Range


Die National Bison Range (NBR) liegt im Bundesstaat Montana und umfasst eine Fläche von insgesamt 18 766 Acres. Auf der NBR leben zwischen 350 und 500 Bisons. Das Ziel der Einrichtung ist der Erhalt der Spezies und deren genetischer Diversität. Die Exkursionsgruppe erreichte den zweiten und letzten Standort des Tages gegen 14:30 Uhr Ortszeit. Im Visitor Center der NBR war bereits eine Filmvorführung vorbereitet, welche einen Einblick in die Arbeit der Einrichtung gab. Im anschließenden Gespräch mit Pat Jamieson, einer langjährigen Mitarbeiterin der NBR, konnten weitere Informationen gewonnen werden. Nach dem Expertengespräch brach die Exkursionsgruppe zur etwa zweistündigen Fahrt durch das Gelände der NBR auf. Während der Fahrt durch das Gelände konnten verschiedene Vegetationsarten und Tierarten gesichtet werden.

Durch die Beseitigung von Totholz wird dafür gesorgt, dass sich das Brandrisiko auf der Range verringert. Für das Feuermanagement werden Totholzhaufen gebildet, die im Winter angezündet werden (Abb. 9). Solche Totholzhaufen konnten auch während der Fahrt über das Gelände gesehen werden.

 

 

Abbildung 9:Totholzhaufen auf der National Bison Range. Quelle: National Bison Range 2013
Abbildung 9: Totholzhaufen auf der National Bison Range. Quelle: National Bison Range 2013

 

 

Auf der Bison Range leben Präriebisons. 45% dieser Bisons sind männlich. Sie leben nur während der Paarungszeit im Herdenverband, für den Rest des Jahres sind sie Einzelgänger. Während des Besuches war die Paarungszeit der Bisons bereits beendet, sodass sich die meisten männlichen Tiere schon von der Herde getrennt hatten.

 

 

Abbildung 10: Herde in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 10: Herde in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016

 

 

Abbildung 11: Herde mit Kalb in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 11: Herde mit Kalb in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016

 

 

Abbildung 12: Bison in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 12: Bison in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016

 

 

Der Bison erreicht eine Widerristhöhe von 150 bis 200 cm und wird 210 bis 350 cm lang. Er erreicht Gewicht von 600 bis 1000 kg und ist somit das größte Landsäugetier der westlichen Hemisphäre (PLUMB et al. 2014). Die Kälber der Bisons haben eine hellbraune Fellfarbe.

 

 

Abbildung 13: Bisonbulle auf der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 13: Bisonbulle auf der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016

 

 

Abbildung 14: Kämpfende Bisonbullen. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 14: Kämpfende Bisonbullen. Quelle: Homuth 2016

 

 

Neben den Bisons leben auch andere Tierarten auf dem Gelände der National Bison Range, von denen einige auch während des Besuches der Exkursionsgruppe gesichtet werden konnten. Dazu gehören unter anderem Berglöwen, Schwarzbären, Steinadler, das ungarische Rebhuhn (Abb. 15), das Dickhornschaf (Abb. 16.), der Gabelbock (Abb. 17.) und der Maultierhirsch (Abb. 18).

 

 

Abbildung 15: Ungarisches Rebhuhn im Exkursionsauto. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 15: Ungarisches Rebhuhn im Exkursionsauto. Quelle: Homuth 2016

 

 

Abbildung 16: Dickhornschaf in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 16: Dickhornschaf in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016

 

 

Abbildung 17: Gabelbock in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 17: Gabelbock in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016

 

 

Abbildung 18: Maultierhirsch in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016
Abbildung 18: Maultierhirsch in der National Bison Range. Quelle: Homuth 2016

 

 

Uferlinien des Glacial Lake Missoula


Weiteres Thema des Exkursionstages war die Landschaftsformung durch den Glacial Lake Missoula, der auch bereits an einigen vorherigen Tagen thematisiert wurde. Die durchfahrene Landschaft der NBR wurde zu einem großen Teil durch den glazialen See geprägt, wie in Abbildung 19 zu sehen ist. Auf der National Bison Range konnten an den umliegenden Hängen ehemalige Uferlinien und Kliffs des Glacial Lake Missoula erkannt werden.

 

 

Abbildung 19: Karte des Glacial Lake Missoula. Quelle: Lee 2009
Abbildung 19: Karte des Glacial Lake Missoula. Quelle: Lee 2009

 

 

Abbildung 20: Uferlinien und Kliffs des Glacial Lake Missoula an den Hängen in der National Bison Range. Quelle: Wiedenhöfer 2016
Abbildung 20: Uferlinien und Kliffs des Glacial Lake Missoula an den Hängen in der National Bison Range. Quelle: Wiedenhöfer 2016

 

 

Im Anschluss an das Abschlussgespräch des Tages, das noch auf der National Bison Range stattfand, machte sich die Exkursionsgruppe auf den Weg nach Missoula. Die Fahrtzeit zum Hotel betrug nochmal ungefähr eine Stunde.

 

 

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Quellen
 

Idaho Department of Environmental Quality und CDA Tribe (o.J): Coeur d’Alene Management Plan. Section 11 – Heavy Metals.

Kootenai Environmental Alliance (o.J.): Coeur d’Alene Lake, Problems and Solutions. URL: http://kealliance.org/2013/04/03/coeur-dalene-lake-problems-and-solutions/ (Stand: 31.07.2016).

LEE, K. (2009): Catastrophic Flood Features at Camas Prairie, Montana. More unuseal Currents in Gla-cial Lake Missoula. Colorado.

National Bison Range (2013): About the Refuge. URL: https://www.fws.gov/refuge/National_Bison_Range/about.html (Stand: 31.07.2016).

PLUMB G. E., P. J. WHITE und K. AUNE (2014): American bison. Bison bison (Linnaeus, 1758). In: MLLETI, M und J. BURTON (Hrgs.): Ecology, evolution and behaviour of wild cattle. Cambridge. S. 83 – 114.

Restoration Partnership (o.J.): The Basin`s Natural History. URL: http://restorationpartnership.org/background.html (Stand: 31.07.2016).