Die Landschaften im Nordwesten der USA und ihre Nutzungen 2017

Tag 7: Pullman - Moscow - Pullman

Verfasst von:

T. Christiansen
P. Schützmann

 

Übersicht des Tagesablaufes 


Die Palouseregion, eines der ertragsreichsten Weizenanbaugebiete in Nordamerika, ist das zentrale Thema des achten Exkursionstages. Um einen Einblick in die landwirtschaftlichen Produktions- und Arbeitsweisen des relativ niederschlagsarmen Gebietes zu erlangen, führt der Weg von unserer Unterkunft in Pullman in das nur wenige Kilometer entfernte Moscow. Obwohl die zwei Städte in unterschiedlichen Bundesstaaten liegen (Washington bzw. Idaho), ähneln sie sich, vor allem auf Grund der sie umgebenden, schier endlosen, Hügellandschaften (‚rolling prärie‘).

 

 

Abbildung 1: Karte der Route zwischen Pullman und Moscow. Quelle: Verändert nach Google Maps 2016.
Abbildung 1: Karte der Route zwischen Pullman und Moscow. Quelle: Verändert nach Google Maps 2016

 

 

National Resources Conservation Service – Expertengespräch in Moscow


Unsere erste Station des Tages war eine Außenstelle des National Resources Conservation Service, kurz NRCS, in Moscow. Hier wurden wir bereits von mehreren Mitarbeitern empfangen, die für uns gleich zwei Präsentationen, samt Donuts zur Stärkung, vorbereitet hatten. Chris Johnson, seines Zeichens ‚District Conservationist‘, führte uns mit der ersten Präsentation in die Erosionsproblematik der Palouse Region ein. Neben der Geschichte und den Ausmaßen der extremen Erosionswerte, beschrieb uns Chris auch Wege der nachhaltigen Landwirtschaft, welche die Landwirte zum Teil bereits gehen und uns am Nachmittag weiter beschäftigen sollten. Sein Vortrag endete mit einer Vielzahl von Gegenmaßnahmen, welche der NRCS einsetzt, um sowohl Erosion zu bekämpfen, als auch nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Nach einer kurzen Pause übernahm Brian Gardner des Zepter und nahm uns mit in die Welt der (amerikanischen) Bodenklassifikationen der Region.

 

Palouse Conservation Field Station – Pullman


Vor unserem zweiten fest eingeplantem Tagespunkt, nutzen wir die noch verbleibende Zeit, um die Palouse Conservation Field Station zu besuchen. Auf Grund mangelnder Internetpräsenz, hatten wir vorab keinen Termin in dem staatlichen geförderten Testgeländer für Agrarwissenschaft vereinbaren können. Auch eine Wegbeschreibung blieb uns zunächst verwehrt. Nachdem wir beim NRCS Informationen über den genauen Standpunkt der Station erhalten hatten, konnte uns ihr kurzer Besuch einige interessante Einblicke liefern. Einerseits trafen wir vor Ort zufällig auf einen freundlichen Mitarbeiter, der uns unter anderem von Temperatursimulationen in einem extra für diesen Zweck errichteten Forschungsturm berichtete. Andererseits wurde uns die Fahrt auf das großflächige Testgelände der Station gewährt, bei der wir anhand von unterschiedlich gemusterten Teststreifen verschiedenste Anbaumethoden und Anbaupflanzen sehen konnten.

 

 

Abbildung 3: Mähdrescher erntet den Winterweizen an der PCFS. Quelle: Christiansen 2016.
Abbildung 2: Mähdrescher erntet den Winterweizen an der PCFS. Quelle: Christiansen 2016

 

 

Abbildung 4: Felder auf der PCFS, mit diversen Teststreifen zu Forschungszwecken. Quelle: Christiansen 2016
Abbildung 3: Felder auf der PCFS, mit diversen Teststreifen zu Forschungszwecken. Quelle: Christiansen 2016

 

 

University of Idaho – Moscow


Freundlich und überaus interessiert wurden wir in der Agrarabteilung der University of Idaho empfangen. Bevor uns der Gastgeber, Norm Ruhoff, Dozent für Vermarktung und Vertrieb in der Landwirtschaft, im Rahmen eines ‚field trips‘ am Nachmittag ein Treffen mit einen lokalen Farmer organisierte, wurde die Exkursionsgruppe zunächst durch das Gebäude geführt und einigen Kollegen vorgestellt. Äußerst beeindruckend war dabei der kurze Einblick den wir in das institutseigene Monolith Museum werfen durften.

Bevor wir zusammen mit Herrn Ruhoff und zwei Studenten der Agrarwirtschaft den Hauptcampus in Richtung ländlicher Peripherie verließen, bat uns die lokale universitäre Presse noch um ein Gruppenbild im Foyer, welches den herzlichen Empfang vollends abrundete.

 

 

Abbildung 5: Monolith Kollektion der University of Idaho. Quelle: Christiansen 2016.
Abbildung 4: Monolith Kollektion der University of Idaho. Quelle: Christiansen 2016

 

 

Abbildung 6: Gruppenbild an der University of Idaho. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 5: Gruppenbild an der University of Idaho. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Einige Meilen und unzählige Hektar an Winterweizenfeldern später, trafen wir, gesponsert durch genügend Kaltgetränken von dem Pickup der Universität, auf dem Betrieb der Zenner-Familie ein. Familienoberhaupt Russ Zenner nahm uns in Empfang. Er ist seit Jahrzehnten ein starker Vertreter der nachhaltigen Landwirtschaft und einer der Pioniere in der Palouse Region auf diesem Gebiet. Die unwirklich scheinenden rund 1.200 Hektar Land, welche Russ bewirtschaftet, gelten hier noch nicht einmal als eine herausragend große Fläche für einen Einzelbauern. Zusätzlich zeigte er uns, mit welchen erstaunlich großen Maschinen diese Weiten bearbeitet werden. Die Größe dieser Direktsaatmaschinen, mit zusätzlichem Düngereinsatz, beeindruckte die Gruppe enorm. Enthusiastisch begann Russ uns über seine Arbeit zu erzählen und ließ uns seine Überzeugung bezüglich der Anbaumethoden förmlich spüren. Er berichtete über Probleme und Erfolge im Bezug auf neue Methoden, aber auch über einen Zuwachs an Informationsbedarf, den die nachhaltigen Methoden mit sich bringen. Hierbei sind besonders die Fruchtfolgen zu nennen, welche über Jahre hinweg beobachtet werden müssen, um sie letztendlich zu perfektionieren.

 

 

Abbildung 8: ‚John Deer Direktsaatmaschine‘ mit Druckluft und zusätzlichem Düngereinsatz zur minimalen Bearbeitung des Bodens. Quelle: Christiansen 2016
Abbildung 6: ‚John Deer Direktsaatmaschine‘ mit Druckluft und zusätzlichem Düngereinsatz zur minimalen Bearbeitung des Bodens. Quelle: Christiansen 2016

 

 

Nachdem wir nun genügend Informationen über die Zenner-Farm erhalten und alle offenen Fragen ausführlich beantwortet bekommen hatten, war es an der Zeit die Felder selbst zu beschreiten. Hierzu ließ uns Russ auf seine bereits geernteten Felder in den ‚rolling hills‘ fahren. Der hier entstandene Eindruck wirkt bis zum heutigen Tag, da uns erst hier bewusst wurde, wie große die zu bewirtschaftenden Flächen sind, wenn man sie nicht von oben betrachtet (Steptoe Butte) oder von der Straße aus, sondern inmitten ihnen steht. Der hier herrschende Wind und die Trockenheit des Bodens, hatten ihren zusätzlichen Einfluss auf unsere Vorstellung über das Entstehen der Erosionswerte in der Palouse Region. Wobei wir hierfür gerne im Frühjahr wiedergekommen wären, um die Schneeschmelze mitzuerleben und somit den Hauptfaktor der Erosion kennenzulernen.

 

 

Abbildung 8: Feldbegehung eines geernteten Winterweizenfeldes in der unendlich wirkenden Hügellandschaft des Palouse. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 7: Feldbegehung eines geernteten Winterweizenfeldes in der unendlich wirkenden Hügellandschaft des Palouse. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Abbildung 9: Austausch zwischen deutschen und amerikanischen Studenten. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 8: Austausch zwischen deutschen und amerikanischen Studenten. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Der finale Abschluss des informationsreichen Tages, war ein Besuch bei der ‚Pacific Northwest Farmers Cooperative‘, der ebenfalls von der University of Idaho organisiert und begleitet wurde. Dieser 2008 gegründete Zusammenschluss von Landwirten und dem Genesee Union Warehouse, liefert einen starken Verbund, welcher bis heute 750 Produzenten der Region repräsentiert. Hier erhielten wir diverse Informationen über Verschiffung und Vermarktung der regional hergestellten Produkte. Verbunden damit besuchten wir ein Kornlager, welches sich nahe der PNW Außenstelle befand.

Hier endete der zwar lange, aber in jedem Fall interessante Tag mit einem Gruppenfoto, vielen Danksagungen und einem Austausch von Kontaktdaten. Besonders der University of Idaho sind wir an dieser Stelle zu Dank verpflichtet, da sie uns mit viel Herzlichkeit einen Tag vorbereitet hatten, den wir an dem Abend in Pullman noch lange Revue passieren ließen.

 

 

Abbildung 10: Kornspeicher des PNW. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 9: Kornspeicher des PNW. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Abbildung 11: Entladung des Korns. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 10: Entladung des Korns. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Zurück zur Übersicht

Vorheriger Tag

Nächster Tag