Die Landschaften im Nordwesten der USA und ihre Nutzungen 2017

Tag 15: La Grande - Columbia River Gorge - Portland

Verfasst von:

J. Fischer
H. Voß

 

Einleitung


Der 16. Tag begann für alle Exkursionsteilnehmer um 7:30 Uhr und führte von La Grande, einer kleinen Stadt im südöstlichen Oregon, entlang der gigantischen Felsschlucht des Columbia River Gorge nach Portland, der größten Stadt Oregons und mit etwas über einer halben Millionen Einwohner die dritt größte Stadt im Pazifischen Nordwesten.

Der erste Teilabschnitt der Strecke behandelte vor allem physisch-geographische Aspekte des nördlichen Oregons. Von der Entstehungsgeschichte und wirtschaftlichen Nutzung des Columbia River Gorge bis hin zu den „Multnomah Falls“, welche zu den imposantesten Wasserfällen der Vereinigten Staaten zählen, bot der „Historic Columbia River Highway“ (Interstate-Highway 84) viele Sehenswürdigkeiten. Leider war dieser Abschnitt geprägt von kontinuierlichem Regen und starker Bewölkung, wodurch das Erlebnis, den Columbia River Gorge zu durchfahren, etwas getrübt wurde.

Der zweite Teil des Tages befasste sich überwiegend mit humangeographischen Themen in der größten Stadt Oregons - Portland. Diese Stadt bildet den wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt des Bundesstaates und ist nach Meinung der Amerikaner, eine der lebenswertesten Städte in den Vereinigten Staaten. Zur Freude aller Exkursionsteilnehmer überraschte uns Portland mit viel Sonne und einem klaren blauen Himmel, wodurch die Regenschirme in der Tasche gelassen werden konnten.

 

 

Streckenabschnitt La Grande - Portland. Quelle: Darstellung mit Google Maps, Voß 2016
Abbildung 1: Streckenabschnitt La Grande - Portland. Quelle: Google Maps 2016

 

 

Columbia River Gorge


Als Columbia River Gorge wird eine tiefe Felsenschlucht im Nordwesten der USA genannt. Direkt an dieser Stelle durchbricht der Columbia River das Kaskadengebirge. Eine Besonderheit sind die zahlreichen Wasserfälle in der Schlucht, welche zu den Eindrucksvollsten in den USA zählen wie zum Beispiel die Multnomah Falls. Geologisch betrachtet entstand der Columbia River Gorge durch Erosionsprozesse über Jahrtausende hinweg. Durch die hohen Niederschlagsraten wächst eine üppige Vegetation in dieser Region. Im Tal sind unter anderem Eschen, Eichen und Koniferen zu finden, an den Hängen wird vor allem auf der Seite Oregons Wein angebaut.

 

 

Abbildung 2: Abschnitt des Columbia River Gorge. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 2: Abschnitt des Columbia River Gorge. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Multnomah Falls


Der Wasserfall ist einer der bekanntesten Wasserfälle in den USA. Er hat eine Gesamthöhe von 189 Metern und ist im Fall zweistufig. Der Larch Mountain bildet das Wasserreservoir für den Multnomah Falls.

 

 

Abbildung 3: Multnomah Falls bei Nebel. Quelle: Voß 2016
Abbildung 3: Multnomah Falls bei Nebel. Quelle: Voß 2016

 

 

Portland – ein kurzer Überblick


Portland erstreckt sich über 856,07 km² im Nordwesten Oregons und grenzt nördlich an den Columbia River. Mit 632.309 Einwohnern ist es die größte Stadt und bildet das wirtschaftliche Zentrum des Bundesstaates.

Portland ist bekannt für seine Mikrobrauereien, Kaffespezialitäten mit eigener Röstung, das Bewusstsein für nachhaltige (und selbständige) Ernährung und vor allem die verhältnismäßig hohe Rate an Fahrradfahrern.

 

Präsentation von Nancy Hales in Kooperation mit der University of Portland


Nancy Hales präsentierte uns vielfältige Informationen zur nachhaltigen Stadtentwicklung, Stadtmanagement, Landnutzung und den öffentlichen Verkehrsmitteln. In diesem 60 minütigen Vortrag gab sie uns einen kurzen Einblick in momentan laufende wie beispielsweise der Tilikum Crossing und zukünftigen Projekte wie z.B. South Waterfront Innovation Quadrant, sowie das Engagement in Nachbarschaftsprojekte (NGO’s).

 

 

Abbildung 5: Präsentation von Nancy Hales im FirstStop Portland. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 4: Präsentation von Nancy Hales im FirstStop Portland. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Expertenführung mit James Alexander - Tilikum Crossing


Die Tilikum Crossing Bridge oder auch „The Bridge of the people“ genannt ist ausschließlich für die Überquerung von Fußgängern, Radfahreren und öffentlichen Verkehrsmittel sowie Rettungswagen über den Willamette River errichtet worden. Die Brücke wurde 2015 fertiggestellt und ist die erste, welche privaten Kraftfahrzeugen die Überquerung verbietet. Zudem gibt es besonders gute Anbindungen für Fahrradfahrer und Fußgänger zur Brücke. Sogar die Anzahl der täglichen Fahrradfahrer wird registriert und auf einer digitalen, solarbetriebenen Anzeige präsentiert. 

Insgesamt 13 Brücken tragen zur Mobilität Portlands bei und verleihen der Stadt den Beinamen „Bridgetown“. 

 

 

Abbildung 7: Gruppenfoto auf der Tilikum Crossing. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 5: Gruppenfoto auf der Tilikum Crossing. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Abbildung 8: Tilikum Crossing. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 6: Tilikum Crossing. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Portland - die mobile Stadt
 

In ganz Portland sind diese neonfarbenden Stationen von Nike verteilt, bei denen man Fahrräder ausleihen kann. Das klappt sehr gut, wie man an diesem Beispiel sehen kann, denn alle Fahrräder sind bereits ausgeliehen. Dies funktioniert über eine monatliche oder jährliche Beitragszahlung, welche zur Benutzung der Räder an allen Stationen berechtigt.

 

 

Abbildung 9: Fahrräder ausleihen. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 7: Station zum Fahrräder ausleihen. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

Die Fahrradwege in Portland sind grün markiert und bieten durch ihre Auffälligkeit eine höhere Sicherheit für Radfahrer, Fußgänger und Kraftfahrzeugfahrer.

 

 

Abbildung 10: Fußgänger- und Fahrradweg (grün). Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 8: Fußgänger- und Fahrradweg (grün). Quelle: Hillringhaus 2016

 

Waldflächen in Portland – die „grüne“ Stadt    


Große Park- und Waldgebiete sind der Forest Park (A), Smith and Bybee Wetlands Natural Area (B), Mt. Tabor Park (C) und Powell Butte Nature Park (D). Der Ausbau der Parkflächen, sowie der flächendeckende Zugang zu den Grünflächen setzt sich Portland als Ziel für 2035.

 

 

Abbildung 12: Blick vom Orgeon Health and Science University auf die South Waterfront in Portland. Quelle: Voß 2016
Abbildung 9: Blick vom Orgeon Health and Science University auf die South Waterfront in Portland. Quelle: Voß 2016

 

 

South Waterfront


Nach dem Vortrag zu stadtplanerischen Aspekten im Kontext der Nachhaltigkeit führte uns James Alexander zu einem der Vorzeigeprojekte Portlands – der „South Waterfront“. Die „South Waterfront“ befindet sich in Mitten Portlands und ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in den Vereinigten Staaten. Nachdem die Fläche lange Zeit durch die Industrie genutzt wurde, begann 2004 die erste Phase der Neu- und Umgestaltung dieses Areals. Die favorisierten Ziele waren die Schaffung von neuem und nachhaltigem Wohnraum, modernen Gewerbe- und Büroflächen sowie die Erweiterung der Universität durch die „Oregon Health & Science University“. Hinzu kommen zahlreiche Grünflächen und eine optimale Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Bis zum August 2010 waren bereits neun Hochhäuser mit bis zu 31 Stockwerken fertiggestellt. Die anliegende Parkanlage (South Waterfront Greenway) öffnete 2012 für das öffentliche Publikum und ist seit dem Ziel erholungssuchender und aktiver Portlander. Inwiefern jedoch die Wohneinheiten in diesem neuen und modernen District mit Quadratmeterpreisen von bis zu 6000 Dollar für den Normalverdiener bzw. junge Familien erschwinglich sein sollen, bleibt offen. Währende der Führung durch die South Waterfront festigte sich der Eindruck von einer elitären und gut situierten Nachbarschaft, in der eher kinderlose Paare anstelle von jungen Familien neuen Wohnraum fanden.

 

 

Abbildung 13:  Blick auf die South Waterfront. Quelle: Hillringhaus 2016
Abbildung 10: Blick auf die South Waterfront. Quelle: Hillringhaus 2016

 

 

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